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    Die Solo-Show des Jaap van Rijn

    Der Niederländer beherrscht beide Läufen des Buddenbrock-Rennens und darf nun optimistisch Richtung Derby blicken. Heiner Christiansen gewinnt den Eibl-Pokal.

    „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ lautet der Titel des weltbekannten Romans des englischen Autors Eric Malpass. Ganz im Sinne Jaap van Rijns hätte man am Sonntag in Mariendorf eigentlich ergänzen müssen „aber mittags um halb eins ist alles noch viel schöner!“. Denn zu diesem frühen Zeitpunkt hatte der Niederländer bereits einen der größten Erfolgstage seiner Karriere in trockene Tücher gebracht. Bei der Berliner Veranstaltung, die aufgrund der Hitze bereits um neun Uhr begonnen hatte, gewann der 24-jährige Profi, der in der Nähe von Haarlem beheimatet ist, beide Läufe des Buddenbrock-Rennens und kassierte für die Besitzer seiner vierbeinigen Schützlinge einen Großteil des Preisgeldes in Höhe von 37.500 Euro ein.

    Für den sympathischen Holländer schien der Tag nahezu wie gemacht zu sein – und auch der Rennverein durfte trotz der Tatsache, dass der im Vorfeld als Buddenbrock-Mitfavorit gehandelte Josef Franzl die Reise in die Hauptstadt abgesagt hatte, eine überaus zufriedenstellende Bilanz ziehen. Denn der Plan, die Veranstaltung zeitlich sehr zügig durchzuführen und den gröbsten Temperaturen aus dem Wege zu gehen, ging hundertprozentig auf. Ein großes Lob an alle Aktiven und sämtliche fleißigen Helfer! Die 20-Minuten-Abstände zwischen den einzelnen Rennen wurden perfekt eingehalten und selbst ein Defekt des Startwagens konnte die Fahrer, die sich in jeder Situation diszipliniert verhielten, nicht aus dem Takt bringen. Der Bahneigentümer Ulrich Mommert war begeistert: „Ich freue mich sehr, dass die Veranstaltung trotz der schwierigen äußeren Umstände von allen Beteiligten so gut angenommen wurde und ich wünsche mir, dass die konsequente Organisation und Durchführung des Renntages ein Vorbild für die kommenden Mariendorfer Termine ist.“     

    Die dickste Börse – nämlich 25.000 Euro – stand am Sonntag natürlich über dem Buddenbrock-Hauptlauf, der mit Jetway Fortuna (Cees Kamminga) neben sechs Hengsten und Wallachen auch eine Stute am Start sah. Die Traber-Lady zog sich in der Endabrechnung als Vierte sehr ordentlich aus der Affäre. Am besten konnte es aber Juan Les Pins, den Jaap van Rijn schon auf den ersten Metern mächtig flottmachte. Der von Arnold Mollema trainierte kleine Bruder der beiden Derby-Sieger Unforgettable und Expo Express rückte seinem großen Widersacher Gladiateur (Michael Nimczyk) sofort auf die Pelle und zog 1.300 Meter vor dem Ziel an die Spitze. Als auf der Gegenseite urplötzlich Jackpot of Steel (Dion Tesselaar) in der zweiten Spur auftauchte, entschied sich Michael Nimczyk, Gladiateur ebenfalls nach außen zu nehmen.

    Eine Entscheidung mit Folgen: Denn der zunächst überaus gefährlich wirkende Jackpot of Steel blieb wenige hundert Meter später stehen wie eine Karre nasser Sand und Gladiateur verlor bei seinem Bemühen, die Klippe erfolgreich zu umschiffen, viel an Boden. Als der Hengst den stark nachlassenden  Konkurrenten endlich passiert hatte, wurde er zwar noch phänomenal schnell – der 1,5-Favorit war also alles andere als eine Enttäuschung. Den längst enteilten Juan Les Pins konnte er aber nicht mehr einfangen und kam nur bis auf zweieinhalb Längen an den für die Farben von Arnold Mollema und die Draviet Stables 14,0/1.900m trabenden Sieger heran. Rang drei ging an Make me happy P, dem sein Fahrer Roland Hülskath jeden unnötigen Meter konsequent erspart hatte.

    Auch im Buddenbrock-Stutenlauf um 12.500 Euro Preisgeld lag die Entscheidung nur zwischen Jaap van Rijn und Michael Nimzyk. Allerdings fiel der Sieg für den Holländer im Sulky von Karsten Hellmers‘ Jacky Bros wesentlich knapper aus. Der Goldhelm hatte mit Marylin Monroe Bo von Anfang an für eine hohe Pace gesorgt, während Jaap van Rijn erst einmal mit der vierten Position zufrieden war. Im Schlepptau von Versailles Diamant (Andre Bakker) kam Jacky Bros aber immer dichter an die Pilotin heran und zog in 14,9/1.900m in einem dramatischen Finish hauchdünn an Marilyn Monroe Bo vorbei. Während Versailles Diamant auf den Schlussmetern deutlich müder wurde und nur das vierte Geld erhielt, offenbarte die innen geschonte Janske Beemd (Jeffrey Miras) als Dritte immense Reserven – für sie wäre mit einer besseren Entfaltungsmöglichkeit vielleicht sogar der volle Erfolg drin gewesen.

    What a horse! What a driver! So in etwa lautete das Motto bei dem Sieg von Larsson und Heiner Christiansen in dem mit 6.000 Euro Preisgeld dotierten Eibl-Pokal. Der Namensgeber des Rennens, nämlich Johann Eibl, ließ es sich nicht nehmen, die Ehrenpreise an das Siegerteam persönlich zu überreichen und nicht nur von seiner Seite, sondern auch vom Publikum aus begegneten dem „norddeutschen Jung“ Heiner Christiansen große Sympathien. Es ist wirklich bemerkenswert, zu was für einem tollen Pferd der 3.815-fache Sieger seinen Schützling geformt hat. Selbst ein solch starker Gegner wie Laurel Park (Michael Nimczyk) und die Tatsache, dass Larsson die Schlusshalbe durch die Todesspur ging, konnten die Erfolgsserie der beiden nicht stoppen.                     

    Auch im Rahmenprogramm zeigten sich die Pferde und Fahrer trotz der frühen Tageszeit mächtig ausgeschlafen. Die Sieger in chronologischer Reihenfolge: Västerbo Morning und Sarah Kube gaben von Beginn an Gas und gewannen mit drückender Überlegenheit. Roland Hülskath und So Keck sahen sich dagegen den Fight um die Führung in aller Seelenruhe an und schritten erst auf der Zielgeraden zur Tat. Immo Müllers Stute trumpfte in der Tagesbestzeit von 13,6/1.609m auf und verbesserte ihren Rekord um 1,4 Sekunden! Sehr autoritär agierte Cora Sun. Daniel Wagner führte die eher klein gewachsene Vierjährige sofort an die Spitze und schon beim Einbiegen in den Einlauf war klar, dass niemand mehr die Schwarzbraune gefährden würde. Nachdem ausgerechnet der „Tipp des Tages“ Stradivari (Michael Nimczyk) bereits nach wenigen Metern disqualifiziert war, gingen Gobelin und Victor Gentz auf die Ehrenrunde. Der lange Zeit an der Innenkante eingesperrte Wallach kam gerade noch rechtzeitig frei, um mit einer Halslänge Vorsprung zu punkten.

    Der von Robbin Bot gesteuerte Rheingold fand trotz der zweiten Startreihe an die Idealposition als viertes Pferd außen und entwickelte im Einlauf eine höllische Geschwindigkeit. One Penny Black übernahm mit Jörgen Sjunnesson sofort das Kommando und geriet zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Für zehnfaches Geld am Toto völlig unterschätzt war der von Thomas Panschow gesteuerte Virginias Prime. Der Wallach lauerte bis zum Schlussbogen an dritter Position und bewies auf den entscheidenden Metern einmal mehr seinen großartigen Speed. UBetterWin Diamant deckte mit Michael Nimczyk ebenfalls nicht gleich alle Karten auf, sondern schlug erst auf der Zielgeraden nach einem Rennverlauf als zweites Pferd innen zu. Den Schlusspunkt unter die Veranstaltung setzte der tschechische Gast Zdenik Skobis im Sulky von Faiway mit der nahezu identischen Taktik. Auch er hatte sein Pferd unterwegs an der Innenkante eingeparkt.        

    Gesamtumsatz: 159.700,00 Euro – Bahnumsatz: 57.523,30 Euro – Außenumsatz: 102.176,70 Euro.

    Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 7. Juli statt. Im sportlichen Mittelpunkt stehen die mit 20.000 Euro Preisgeld dotierte Elimination zum Super Trot Cup und die Newcomer-Serie. Starterangabe ist am Montag, dem 1. Juli. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@berlintrab.de.