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    Newcomerin G.G.‘s Victoria lässt den Toto beben

    Victor Gentz schnappt sich mit der Stute das höchstdotierte Rennen der Veranstaltung. Der Goldhelm schwer am Drücker: Michael Nimczyk gewinnt vier Rennen. Fast hätte der Champion sogar einen fünften Treffer gelandet, doch Kornelius Kluth und Fitforfun vermasseln die TraberParti.

    (mw) Im finanziellen Mittelpunkt des Nachmittags stand die fünfte Runde der Newcomer-Serie. Für Vier- und Fünfjährige, die maximal 10.000 Euro reich waren, lagen 6.000 Euro auf dem Gabentisch, und das größte Stück vom Kuchen steckte sich Eine ein, der das Wort „Sieg“ in den Pferdepass geschrieben ist, die sich jedoch bei 13 Starts erst einmal daran gehalten hatte: Mit der demzufolge bei 37,2-fachem Einsatz gehandelten G.G.‘s Victoria ließ es Victor Gentz vorneweg munter kesseln - eine Strategie, die an diesem Sonntag fast immer die ganze Miete war. Die Ganymède-Tochter wackelte und wankte nicht, als Toscanini Diamant den Taktstock zum furiosen Finale hob und wies ihn um 1½ Längen in die Schranken. Ohne den Patzer, der ihm kurz vorm ersten Bogen auf die Spitze rund 60 Meter Rückstand bescherte, hätte der Sieger aber wohl nur Give You All of Me geheißen. Wie der Hengst den immensen Rückstand peu à peu wettmachte und auf der Zielgeraden angeschmettert kam, war das ganze Eintrittsgeld wert, doch reichte aller Einsatz nur zu Platz drei.

     

    Fünf Wochen vor den Vorläufen zum Blauen Band zog sich die Präsentation einiger Derby-Kandidaten wie ein roter Faden durchs Programm. Gleich im Auftaktrennen fuhren mit Jack Scott, Englishtown und Lieschen Müller drei Derby-Aspiranten die besten Prämien unter sich aus. Start-Ziel allein auf weiter Flur war der ins ungewohnte braun-blaue Dress des Schweizer Allegra Racing Club gekleidete Rudi Haller mit Jack Scott, der auch seinen zweiten Karriere- und Berliner Start souverän verwandelte. „Gefallen hat er mir heute überhaupt nicht, wanderte im Einlauf bis in die dritte Spur. Daran müssen wir feilen, soll’s ins Derby gehen“, blickte Haller höchst kritisch voraus, „ein Glück, dass es rechtsrum ausgefahren wird. Auf Linkskursen ist mit ihm überhaupt nichts anzufangen.“ Vielleicht ein Luxus-Problem des in 1:16,6 siegenden Prodigious-Sohn, für den die Besitzergemeinschaft auf der Derby-Auktion 2017 stolze 24.000 Euro hingeblättert hat.

     

    Ein Remake gab’s im 2. Rennen, in dem es die Regie allerdings sehr viel spannender machte. Michel Rothengatter gab lange mit Debütantin Jane Attack einen geruhsamen Takt vor, bis sich der deutsche Michael (Nimczyk) mit Place Royal nach einer Runde trotz eines demolierten Sulkyrads zur harschen Attacke entschloss. Hin und her wogte der Kampf der beiden Dreijährigen, in den sich auch der durchweg hinter der Timoko-Tochter liegende Nada más, ein Neffe Nu Pagadis, einmischte. So sehr sich die beiden Mommert-Hengste mühten, packte Jane Attack stets ein Fitzelchen mehr auf die Waagschale und rettete sich um eine halbe Länge ins Ziel.

     

    Weiter ging die Vorstellung der potentiellen Derby-Starter, wobei Thorsten Tietz für Inman den etwas ungewöhnlichen, einst auch bei Georgina Corner beschrittenen Weg über ein Amateurfahren ausgewählt hatte. Seine Lebensgefährtin Sarah Kube verteidigte mit dem Schwarzbraunen von der „1“ couragiert die Pole Position gegen die sehr viel erfahrenere Cora Sun, nahm, nachdem diese in ihren Windschatten geschlüpft war, das Tempo gründlich heraus und hatte keine Mühe, im fünften Versuch den ersten Treffer des Hengstes unter Dach und Fach zu bringen.

     

    Danach war erst mal Schluss mit den Parademärschen des Jahrgangs 2016. Mit der 2015 im Gestüt Westerau zur Welt gekommenen Idony übernahm Michael Nimczyk 1300 Meter vorm Ziel das Zepter und hatte sein erstes Ding damit schon in der Tasche, wie eine Runde weiter offenbar wurde; zum dritten Mal in Folge musste der fünfjährige Camus mit dem Ehrenplatz vorliebnehmen. Das war der erste Besuch des achtfachen deutschen Champions im Winner Circle, dem nach dem Match für die abgesehen von den Franzosentrabern höchste Gewinnklasse der zweite sogleich folgte. Mit gewaltigem Antritt sicherte sich Highway Fortuna vor Flavio As ruckzuck das Kommando, „legte von sich aus im Schlussbogen zu, obwohl ich das noch gar nicht wollte und packte, als Flavio As im Einlauf ein wenig näher kam, stets das nötige Quantum drauf“, schilderte der 33jährige den lockeren Walkover in der Tagesbestzeit von 1:14,7.

     

    Weil’s so gut geklappt hatte, legte der Nimczyk mit identischer Taktik sofort das nächste Hölzchen an. Jaxon Schermer, ebenso laufgewaltig wie mit Samthandschuhen anzufassen, begann an der „1“ mit dem richtigen Fuß und legte einen Sturmlauf hin, dem selbst die bei drei Starts unbezwungene Vincennes Diamant nur staunend hinterher schauen konnte. 1:15,2 des Varenne-Sohnes waren eine deutliche Ansage Richtung Derby, bei der der Zweiten Vincennes Diamant, auch sie dreijährig, kein Zacken aus der Krone brach.

     

    Unterbrochen wurde Nimczyks „Run for gold“ durch das zweite Amateurfahren, das eine bombensichere Beute Romeo Diamants wurde. Die nur höchst selten noch in den Rennwagen steigende Chantal Solhart bewies, dass sie nichts verlernt hat, und führte den Wallach bis auf ein etwas längeres Intermezzo, bei dem Glorious Boko die Schlagzahl vorgab, vorneweg zum ungefährdeten zweiten Saisonsieg.

     

    Nichts zu gewinnen gab‘s für den Goldhelm, die TraberParti und deren Hannah Hazelaar. Die Braune konnte sich zwar des Sogs des die äußeren Gespanne anführenden Whirlwind BR bedienen, traf aber auf eine famos aufgelegte Fitforfun, die in Front auf jedem Meter topfit war und der großen Besitzergemeinschaft den „Fun“ gründlich vermasselte. „Sie musste einiges investieren, um gegen Whirlwind BR die Spitze zu behaupten, wo sie mit Abstand am besten läuft. Als dies mit Jörgen Sjunnesson geklärt war, konnte ich ihr alles wie gewünscht einteilen. Aus der letzten Biege war sie eine Macht“, freute sich Kornelius Kluth über den leichten Erfolg seines Schützlings.

     

    Die letzte Prüfung war den Trotteurs Français vorbehalten, die nicht zum ersten Mal wenig präsentabel auftraten und den Rennrichtern viel Arbeit bescherten. Übrig blieb für die engere Entscheidung ein Trio, von dem der kampfstarke Birdy de Neuilly, gewöhnlich in Wolvega mit sehr viel stärkeren Landsleuten im Ring stehend, trotz 20 Meter Zulage Astasia du Vivier auf den Ehrenplatz verwies. Das war Michael Nimczyks vierter Treffer, der genauso oft Zweiter war und damit den nächsten dicken Pluspunkt hinter einen Berlin-Besuch setzen durfte.

     

    Viel Hurra gab’s beim dritten Treffen der Mini-Traber. Die von ihrem Papa Manfred Zwiener unterstützte sechs Jahre alte Amy Fink ließ sich mit Lolly durch 40 Meter Zulage nicht vom neuerlichen Sieg abbringen und fing die schon wie die Sieger aussehenden Leo Oikarinen und Schwarze Wolke im Speed ab.

     

    Gesamtumsatz: 116.735,61 – Bahnumsatz: 38.437,80 Euro – Außenumsatz: 78.297,81 Euro

     

    Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 30. Juni statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Im sportlichen Mittelpunkt steht eines der ganz großen Highlights der Saison 2019: der mit insgesamt 40.000 Euro Preisgeld dotierte Buddenbrock-Klassiker! Starterangabe für diesen Renntag ist am Montag, dem 24. Juni. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@berlintrab.de.