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    Amazonen-Power auf der Derby-Bahn

    Die einzigen beiden Berliner Amateurfahren des Monats November gehen an Emma Stolle und Lesley Renner. Bei den Profis gelingt lediglich Heinz Wewering ein Doppelerfolg.

    Nur eine Woche nach dem Breeders-Crown-Festival hatte die Derby-Bahn zu zehn spannenden Rennen eingeladen. Bei den Aktiven hatte der Termin erfreulicherweise viel Resonanz gefunden, doch ein kleiner Hauch von Melancholie lag dennoch in der Luft. Denn es war die letzte Veranstaltung, an der in begrenztem Maße noch Zuschauer teilnehmen konnten. Nur wenige Stunden später trat der bundesweite November-Lockdown in Kraft. In den nächsten vier Wochen wird nicht nur das Publikum fernbleiben müssen, sondern es werden auch keine Prüfungen für Amateure stattfinden. Lediglich Profisport ist unter Ausschluss der Öffentlichkeit noch erlaubt.  

    Grund genug, die Nachschau diesmal mit den Hobbyfahrern zu beginnen – zumal sich in diesem Metier mit Emma Stolle ein neuer Stern am Horizont abzeichnet. Gleich den ersten Start der Fahrerlaufbahn zu gewinnen und dann derart imponierend nachzulegen – mittlerweile sind es bei 23 Starts sechs Siege und 14 Platzierungen geworden – das ist wirklich außergewöhnlich! Und so war es kaum verwunderlich, dass die junge Amazone mit ihrem im Eigenbesitz laufenden Bruno Font CG zum 1,0-1-Topfavoriten auserkoren wurde, zumal der Hengst von der Klasse her meilenweit herausstach. Emma Stolle dirigierte ihn bereits ausgangs der Startgeraden an die Spitze und damit war die Entscheidung bereits gefallen. Der Braune siegte in 16,2/1.900m mit zweieinhalb Längen Vorsprung.

    Auch Lesley Renner ist fleißig dabei, sich im Amateurlager einen Ruf zu erarbeiten. Denn sie harmoniert mit ihrem Vierbeinerstolz Quandor einfach perfekt. Drei Siege innerhalb von nur vier Starts sprechen ein deutliches Wort. Dass sie im Umgang mit Pferden total versiert ist, hat Lesley Renner ohnehin bei den Ehrungen im Bahrenfelder Winner-Circle als Chefin des Scheckdienstes bewiesen. Dort hat sie während der Zeremonien schon so manchen allzu temperamentvollen Vierbeiner in die Schranken gewiesen. Ihr eigener Schützling Quandor ist auch nicht so ganz ohne – doch im Rennen hat der Fuchswallach seine Nerven meistens gut im Griff. Lesley Renner setzte ihn nach Idealverlauf mit Führpferd Mitte der Gegenseite in der Außenspur ein und Quandor marschierte in 15,6/1.900m grußlos an den Konkurrenten vorbei.          

    Die Profis waren achtmal gefordert. Hier sind die Sieger in chronologischer Reihenfolge: Den Auftakt machte Kornelius Kluth mit der gewiss nicht einfachen flat rate hall. Und wer weiß: Vielleicht wurde am Sonntag sogar ein neues Dreamteam geboren, denn es war die erste Fahrt des Norddeutschen mit der Stute. Von der ungünstigen Startnummer 11 aus ließ sich Kluth zunächst einmal Zeit, steuerte die Dunkelbraune zu Beginn der Schlusshalben aber im Rush nach vorne. Mit Erreichen der Zielgeraden steckte flat rate hall endgültig die Nüstern nach vorne, geriet aber auf den letzten Metern durch den speedigen Camus, der sich bis auf wenige Zentimeter herankämpfte, noch mächtig unter Druck.

    Mit Fighter Pilot absolvierte Thomas Panschow ebenfalls den ersten gemeinsamen Start und er führte zu einem völlig überlegenen Sieg. Der im Vorfeld als Tipp des Tages gehandelte Fünfjährige enttäuschte seine Anhänger nicht. Thomas Panschow gab aus dem ersten Bogen heraus mächtig Gas und als Fighter Pilot die Spitze übernommen hatte, war er eine Macht. Seine Schritte wurden im weiteren Verlauf immer länger und keiner der Gegner kam noch in Reichweite. Fighter Pilot servierte die Konkurrenten in der Tagesbestzeit von 14,8/1.900m mit fünf Längen Vorsprung ab.

    Ebenfalls sehr offensiv ging Panschows Namensvetter Thomas Heinzig mit Cashgirl Hall zur Sache und verwirklichte für den Stall Adriano bzw. das Team von Trainer Holger Neumann und Besitzer Joachim Hay, das sich zuvor schon über flat rate hall freuen durfte, einen grandiosen Doppelschlag. Die Stute diktierte ihren Konkurrenten das Tempo und lediglich Ivano Petnic (Thomas Skoruppa) konnte auf der Zielgeraden noch den Anschluss an die souverän auftrumpfende Pilotin halten.  

    Eine relativ leichte Aufgabe hatte Mon Filou vorgefunden – und sein Trainer und Fahrer Heinz Wewering ließ sich diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen. Denn sein Schützling ging in der zahlenmäßig schwach besetzten internationalen Klasse von der 2.000-Meter-Grundmarke aus ins Rennen. Und als dann auch noch der vermeintliche Hauptgegner Malory (Dennis Spangenberg) in der Luft war, brannte nichts mehr an. Wewering führte Mon Filou zu einem Start-Ziel-Sieg, der mit zwei Längen Vorsprung sehr souverän ausfiel. Dem 29-maligen Deutschen Meister blieb es am Sonntag zudem als einzigem Profi vorbehalten, einen Doppelsieg zu feiern, denn er führte mit genau der gleichen Taktik auch Birdy de Neuilly in 15,0/1.900m zum Erfolg.                      

    Ein überaus starker Debütant stellte sich in der Gewinnsummenklasse bis 500 Euro vor. Mit seinem Trainer Victor Gentz im Sulky begab sich Vivaldi Diamant zügig auf den Vormarsch. Denn die Devise war klar – gar nicht erst auf taktische Spielchen einlassen und gleich die Führung übernehmen! „Dieses Pferd wird definitiv seinen Weg gehen“, war sich Victor Gentz seiner Sache überaus sicher und in der Tat: Vivaldi Diamant gebärdete sich total abgebrüht. Ganz so, als hätte er schon viel Routine gesammelt und als könnte man ihm nichts mehr vormachen, spulte der Sohn von Gustav Diamant das Pensum von der Spitze aus eisern herunter. Man darf auf seine nächsten Auftritte gespannt sein.

    Mindestens ebenso imposant war die Leistung, die der von Josef Sparber präsentierte Cooper CG ablieferte. Für den Wallach, der zuvor mehrfach in Österreich triumphiert hatte, war es innerhalb von nur vier Wochen der vierte Sieg. Und vor allem die Art und Weise war erstklassig. Denn Cooper CG fand von der Position elf aus wahrlich keine leichte Aufgabe vor, die er dennoch großartig meisterte. Vor den Tribünen beorderte Josef Sparber ihn vom Feldende aus in die dritte Geige. Im trotto.de-Bogen fand Cooper CG zwar wenigstens in die zweite Spur, aber er sah zu keinem Zeitpunkt die Innenkante. Im Einlauf steckte der Braune dennoch die Nüstern in Front – er verfügt offenbar über eine beeindruckende Moral.

    Endlich wieder Copernikus – das war das Fazit der Gewinnsummenklasse bis 13.500 Euro. Denn schon beim Blick ins Rennprogramm war erkennbar, dass der Wallach, der Ende der letzten Saison und auch in diesem Sommer Dauergast im Mariendorfer Winner-Circle war, diesmal zulangen könnte. Sein Fahrer und Trainer Dennis Spangenberg überhastete nichts und führte den Achtjährigen erst ab der Gegenseite näher an die Spitze heran. Beim Einbiegen auf die Zielgerade trat der Wallach endgültig aus dem Windschatten der vor ihm in zweiter Spur liegenden Cherry Lady S (Kornelius Kluth) heraus und spurtete in 15,3/1.900m problemlos an der Konkurrentin vorbei.

    Gesamtumsatz: 116.332,58 Euro  Bahnumsatz: 25.661,15 Euro Außenumsatz: 90.671,43 Euro.

    Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 15. November statt. Beginn ist bereits um 11.00 Uhr. Im sportlichen Mittelpunkt steht der mit 10.000 Euro dotierte Lauf der Gold-Serie. Die Starterangabe, die Sie auch online auf www.rennbahn-berlin.de vornehmen können, ist am Montag, dem 9. November. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@rennbahn-berlin.de.