Fragolino Rosso und Robin Bakker gewinnen das Derby-Duell der Giganten in Rekordzeit
(MaFi) Bei optimalen äußeren Bedingungen und weitaus angenehmeren Temperaturen als an den Vortagen wurde das 131. trotto.de-Deutsche Traber-Derby entschieden und sah mit den Paul Hagoort-Trainingsgefährten Fragolino Rosso (Robin Bakker) und Blizzard Diamant (Mats Djuse) wie seit Monaten erwartet die beiden herausragenden Protagonisten des Jahrgangs 2022 vorn. Die allseits vermutete und von vielen Fans erhoffte Rennverlauf-Variante mit der Führung des mutmaßlich besseren Starters Blizzard Diamant und der spannenden Frage, wie der Favorit darauf reagieren würde, entwickelte sich jedoch nicht. Nach kurzem Kommando des längsten Außenseiters Power of Greenwood vorbei an Aurelio machte sich Fragolino Rosso bereits früh bemerkbar und ging schon vor Beginn der Schlussrunde selbst nach vorn, während Blizzard Diamant sich mit der Lage hinter dem die Todesspur einnehmenden Conquistador begnügte. Von dort startete er zwar vor Erreichen des letzten Bogens einen Angrifft und konnte sich mit dem das Tempo annehmenden Piloten umgehend vom Feld absetzen, doch zum Kampf zwischen den beiden Superstarts kam es zu keinem Moment. Fragolino Rosso gewann unangefasst in neuer Derby-Rekordzeit von 1.10,6 und Mats Djuse hatte schnell erkannt, dass mehr als der Ehrenplatz in 1.10,9 für Blizzard Diamant nicht drin sein würde, und seine Bemühungen daraufhin eingestellt. Vom letzten Platz mit langgezogenem Schlussspurt gekommen, endete Lugano Cortina mit dem am Tag zuvor in Schweden noch auf Gruppe I-Ebene erfolgreich gewesenen Björn Goop auf Rang drei vor Sullenberger, der den Rücken von Blizzard Diamant auf den letzten 500 Metern nicht halten konnte, sich aber dennoch teuer verkaufte, und dem in Anbetracht des anspruchsvollen Rennverlaufs erneut stark gegangenen Conquistador.
Jaap van Rijn beherrscht die Highlights der Älteren
Sowohl in der Derby-Revanche 2025 wie in der Rekordmeile hieß der Sieger Jaap van Rijn. Im schmalen, von Aladin angeführten Revanche-Feld ließ sich der niederländische Goldhelmträger mit Utkieker im Rücken des Piloten Zeit, setzte ihn erst im Schlussbogen unter Druck und verabschiedete sich alsbald, während Aladin auch noch Black Heuvelland passieren lassen musste. Über die Meile machte El Baio schon in der Tribünengeraden alles klar, wo er My Way Fortuna ablöste und jederzeit überlegen war, während der auf weiten Wegen nachsetzende Trogir in der Schlussphase im Kampf um das zweite Geld das Geläuf verlor. Die Siegerzeit von 1.09,5 bedeutete die Egalisierung des im Vorjahr von Jimmy Ferro BR aufgestellten Bahnrekords.
Viermal Michael Nimczyk
Auch wenn er in den drei großen Rennen keine bessere Rolle spielte, erlebte Deutschlands Goldhelm mit vier Treffern im Rahmenprogramm einen durchaus erfolgreichen Nachmittag. Den Anfang machte nach dem Startfehler des favorisierten Nicolai Hanover der neu ins Quartier gekommene Red Fire, der zum Schluss den lange führenden Midnight Sky im Derby-Finale B noch in den Griff bekam. Bei den Zweijährigen beeindruckte im Jugend-Preis der Stuten Goldmarie, die mit über zehnfachem Geld am Toto unterschätzt worden war, Start-Ziel in 1.16,1. Auch die letzten beiden Rennen gewann Michael Nimczyk, wobei er sich jeweils lange aus allem heraushielt. Nach einer Runde eingesetzt, war Seriensieger Izoard As von Tempomacher Herrstolle ebenso wenig aufzuhalten wie im Marathon der Franzosen Great of Madrik, der dem lange in guter Haltung vorn gehenden Gordon Mijack am Ende gleichfalls nicht den Hauch einer Chance ließ.
Noch mehr Trainerpunkte
Auch in den beiden Trabreiten war das Champion-Quartier Trumpf. Der selbst in Frankreich immer wieder nach vorn laufende Staccato HL hatte im Monté-Derby mit Ronja Walter keine Mühe, Huit Clos jederzeit auf Distanz zu halten, während der Rest klar abgehängt war. Hatte Hannah Schmitz hier Pech gehabt, dass ihre Sangria Pellini mit dem sicheren dritten Geld durchs Ziel galoppierte, konnte sie sich schon in der Auftaktprüfung, dem ersten Lauf zum Kombi-Pokal, schadlos halten. Als Torri vor dem Schlussbogen die zweite Position an Henri Buitenzorg vorbei gegen das Kommando tauschte, war die Entscheidung gefallen, woran der nachsetzende Russel auch ohne Gangartschwächen, die die nachträgliche Disqualifikation bedeuteten, nichts geändert hätte. Mit dem Favoriten als Sieger und dem längsten Außenseiter nicht einmal in der Wette zahlte die Dreierwette in einem Siebener-Feld mit Intensity und Olympia Greenwood auf den Plätzen mit 3.106,80:1 eine Quote, die in dieser Form noch kein Rennbahnbesucher je erlebt haben dürfte. Dass der Ehrenplatz kein Zufall war, bewies Intensity im zweiten Lauf vor dem Sulky, den er sich mit Danny den Dubbelden hauchdünn gegen Torri holte und damit das Monté-Resultat umdrehte.
Talente
Bei den übrigen vier Rennen wurde kein Zielfoto zur Ermittlung des Siegers benötigt. Besonders viel Eindruck machte Hot Shot S (Thorsten Tietz) bei den zweijährigen Hengsten und Wallachen, als er erst spät in der Zielgeraden hinter den kämpfenden Sir Francis und Scirea Boko freikam und den Dreikampf der Favoriten noch zu seinen Gunsten entschied. Im Derby-Pokal der Routiniers unterstrich Ex-Europameister Manfred Zwiener, dass er auch im Alter von 70 Jahren nichts verlernt hat, verschaffte Pippa Lobell im Zwölfer-Feld früh eine gute Lage und gewann im Speed völlig souverän. Noch überlegener war der Lasbeker Debütant Windspiel, mit dem der nur in Ausnahmefällen selbst in den Sulky steigende Trainer Holger Ehlert einen Nachmittagsspaziergang in beachtlichen 1.14,1 absolvierte, während im Amateurfahren der am Toto mit 1,4:1 noch kürzer stehende Fabiofelix Font seinem großen Anhang am Start zunächst einen Schrecken versetzte. Hiltje Tjalsma konnte die Störung durch einen springenden Konkurrenten aber mit all ihrer Routine umschiffen und hatte in dem großen Feld nach einem Vorstoß vor der Tribüne trotz des Malheurs frühzeitig alles im Griff.
Der Wettumsatz lag mit 632.329,00 Euro erfreuliche 5 % über dem Derby-Tag des Vorjahres, wofür die ungewöhnliche Jackpot-Situation mitverantwortlich war. Allein in der V7+-Wette wurden über 127.000 Euro „frisches Geld“ verbucht, in der Dreierwette des Derbys mehr als 55.000 Euro. Beide Wettarten brachten Top-Quoten, die V7+ mit vier Favoriten, einer Co-Favoritin und zwei etwas länger stehenden Pferden, deren Sieg aber keine Sensation war, stattliche 7.325,20 Euro für den Grundeinsatz von 20 Cent. Auch die verhältnismäßig einfache Derby-Dreierwette, in der man hinter den beiden klaren Favoriten lediglich Björn Goop auf Platz drei „erwischen“ musste, konnte sich mit 78,1:1 sehen lassen.
Umsatz: 632.329,00 Euro – Bahnumsatz: 298.073,30 Euro – Außenumsatz: 334.255,70 Euro
Unser Terminhinweis: Nach einer vierwöchigen Pause folgt auf der Derby-Bahn am Wochenende Sonnabend/Sonntag 12./13. September mit den beiden Breeders Crown-Renntagen das nächste große Saison-Highlight