Der Auftakt: Ein grandios besetztes Charlie-Mills-Memorial adelt die Derby-Ouvertüre
Start des 1. Rennens um 11.14 Uhr. Qualifikationen und Vorab-Interviews bereits ab 10.50 Uhr.
(hhü) Der Auftakt des diesjährigen Derby-Meetings in Berlin-Mariendorf präsentiert sich mit einigen markanten Neuerungen. Erstmals werden die Vorläufe zum Stuten-Derby nicht wie gewohnt am Samstag, sondern am Sonntag gemeinsam mit den Ausscheidungen der Hengste und Wallache ausgetragen. Auch die traditionsreiche Derby-Auktion erfährt eine zeitliche Anpassung und wurde um zwei Wochen auf das erste Derby-Wochenende vorgezogen. Um den Jährlingen mehr Raum für eine ausführliche Präsentation zu geben, umfasst das Samstagsprogramm lediglich sieben Prüfungen. Dennoch mangelt es keineswegs an sportlichen Höhepunkten: Mit dem Finale der Newcomer-Serie sowie dem renommierten Charlie-Mills-Memorial stehen zwei absolute Glanzlichter auf der Karte. Die ersten fünf der insgesamt sieben Rennen werden zudem als PMU-Rennen ausgetragen.
Bei der Starterangabe am Montag wurde die Mariendorfer Renntechnik von Nennungen förmlich überrannt, sodass zum Auftakt des Meetings ein Programm zustande gekommen ist, welches selbst die kühnsten Optimisten nicht für möglich gehalten hätten.
Sportlich herausragend ist dabei das Charlie-Mills-Memorial, das eine fantastische Besetzung gefunden hat. Zehn Top-Traber treten in der Abschlussprüfung des ersten Meetingstages an, die mit einer Auszahlungsgarantie von 5.000 Euro in der Viererwette ausgestattet ist.
Vorjahressieger Zoom Diamant (Jim Veldman) wird sich als mittelprächtiger Beginner trotz innerster Nummer mächtig sputen müssen, um nicht zu viel Boden auf die anderen Hochkaräter zu verlieren. Drei davon waren zuletzt mit unterschiedlichem Erfolg in Enghien engagiert. Schampus (Thorsten Tietz) attackierte Ende der letzten Überseite mit einem wuchtigen Vorstoß und hatte sich im Scheitel des Schlussbogens bereits einen kleinen Vorteil erarbeitet, als er mit allen Chancen von den Beinen geriet. Fahrer Gabriele Gelormini hatte da wohl für einen Moment zu viel Druck gemacht. Schampus zeigte aber, dass er in Topform ist und hier zu den Siegkandidaten zählt. Ebenfalls fehlerhaft war dort Trogir (Michael Nimczyk), der sich nach langer Führung, schwächer werdend, in eine Galoppade rettete. Hier wird man wahrscheinlich auf die Speedkarte setzen. Am besten machte es Charmy Charly As (Rudolf Haller) in Enghien. Nach perfektem Rennen an der Innenkante ergatterte der Österreicher in hoher Garnitur das vierte Geld und unterstrich damit seine derzeit sehr gute Verfassung. Seine Landsfrau Face Time Spada (Gerhard Mayr) musste unlängst gegen ältere Pferde in die erste echte Niederlage ihrer Karriere einwilligen. Die einzige Stute im Feld trifft es hier enorm anspruchsvoll an.
Tyron Hill (Josef Franzl) fand in der Badener Meile aus zweiter Reihe zu weite Wege vor und kam somit nie in die Nähe des Siegers Desiderio. Der bayerische Hengst kann diesmal wieder sein wahres Gesicht zeigen, denn er verfügt genauso wie Bayard (Robbin Bot) über einen höllischen Antritt und die dazu passende Startposition. Damit sollten die beiden eine prominente Rolle spielen. Uccellone (Christoph Schwarz) probte mit einem siebenten Platz auf einer Grasbahn in der französischen Provinz für diese Aufgabe; er sollte über Largo de Castelle (Jaap van Rijn) und Toto Barosso (Jens Bergmann) rangieren.
Zuvor steht mit dem Finale der Newcomer-Serie das zweite 20.000-Euro-Rennen des Tages auf dem Programm. Dabei könnte der Sieger aus der zweiten Reihe kommen. Der sonst so zuverlässige Rainbow Bo (Christoph Schwarz) überging sich beim letzten Mal bei einer überfallartigen Attacke Ende der letzten Gegenseite. Er sollte hier gemeinsam mit Pipa Massive (Michael Nimczyk) das Favoritenduo bilden. Die neunfache Jahressiegerin kam am Montag bei der Generalprobe in Gelsenkirchen für den Sieg in einer abgebremsten Partie einen Schritt zu spät und könnte hier wieder zuschlagen. Ihrem Stallgefährten Fundador Font (Robbin Bot) scheinen noch ein paar Prozent zur Bestform zu fehlen, sodass er hier eher ein Platzgeldkandidat ist.
Von seinen beiden Startern entschied sich Josef Franzl für den aktuell wohl etwas stärkeren Colombo und überließ die Fahrt mit White Flake dem Neuprofi Tom Karten. Uberlandia (Thorsten Tietz) fightete sich in Horn nach perfektem Verlauf zum Sieg, sollte aber für ganz vorne nicht stark genug sein.
Mit einem Rennen für die Franzosen wird das Derby-Meeting eingeleitet. Dabei dürften die aus den Niederlanden anreisenden Lincoln Renka (Jaap van Rijn) und L’As Atout (Michel Rothengatter) wie auch schon zuletzt in Wolvega das Rennen unter sich ausmachen. Trotz des überragenden Formbildes dürfte es Kaporal du Houssel (Victor Gentz) diesmal für den Sieg zu schwer haben. Krikri du Flot (Ronald de Beer) sollte hier auf einen der ersten vier Ränge laufen können.
Ein echtes Brett für die Wetter wird die anschließende Prüfung in der 24.000-Euro-Garnitur sein. Fabiofelix Font (Jaap van Rijn) vermasselte in Jägersro seine Chancen bereits beim Bänderstart, als er eintrat wie eine Wanderdüne und seine Vorgabe komplett einbüßte. Der zierliche Fünfjährige sollte beim Autostart wieder liefern. Pebbles Stone (Marciano Hauber) und der nicht immer rund trabende Njord Invicta (Michael Nimczyk) sollten sehr leistungsähnlich sein, haben aber im Gegensatz zu den bayerischen Gästen die ungünstigeren Startplätze. Tampa Bay (Josef Franzl) könnte als rasante Beginnerin eine bessere Lage als Giasone Wise L (Rudolf Haller) finden, der eine kurze Pause mit einem Probelauf überbrückt hat. Sollte das Rennen in diesem 13er-Feld völlig überpaced sein, dann könnten auch die weniger startschnellen Lake Louise (Jens Bergmann) oder Parodie Vrijthout (Linda Matzky) sowie der zuverlässige Loric Runancy (Ronald de Beer) für längere Quoten in der Dreierwette sorgen.
Mit dem dritten Rennen startet die V5 mit einer Poolgarantie von 10.000 Euro inklusive eines Jackpots von 2.000 Euro.
In diesem Amateurfahren ist Jackstone mit dem Routinier André Pögel bestens positioniert, wird sich aber am Start der Attacke von Demonio (Katharina Kramer) erwehren müssen, der seine Rennen gerne von der Spitze bestreitet und hier ebenfalls ein Siegkandidat ist. Shotgun ES (Peter Platzer) hatte es in Karlshorst in der Außenspur ohne Führpferd zu schwer, sollte aber auf keinem V5-Schein fehlen. Explosive Ris (Mario Zdziarstek) hat ebenfalls zu sehr guter Form gefunden und wäre eine weitere Option. Europameisterin Steffi Mayr ist hier mit dem unsicheren Power Be Win unterwegs, der aber beim Euro-Cup der Amateure in Pfarrkirchen zwei sehr gute Leistungen zeigte. Auch die immer besser werdende Leia Dream (Anna-Lisa Kunze) muss hier unbedingt Beachtung finden.
Sehr stark besetzt ist auch die anschließende Anfängerklasse. Den schnellsten Rekord hat Pippa Lobell (Jaap van Rijn), die am 24. Juli in Duindigt in Front von den Beinen kam. Glattgehend ist sie hier Sieganwärterin. Marilyn Venus (Josef Franzl) zeigte eine sehr starke Wiederqualifikation, ließ aber anschließend ein Engagement aus. Wally (Michael Nimczyk) unterlag in Gelsenkirchen trotz einer sehr guten Leistung einer verblüffenden Außenseiterin. Sie sollte trotz kurzer Pause hier wieder weit vorne mitmischen. Independent (Marciano Hauber) trifft es hier genau wie Mahasim Ass (Victor Gentz) deutlich schwerer als zuletzt an.
Die letzte PMU-Prüfung und das dritte Rennen der V5 sind dann noch einmal besonders knifflig. Klara (Andreas Gläser), die zuletzt in Karlshorst bei widrigen Bodenverhältnissen außen herum tapfer durchhielt, ist hier extrem gut untergekommen. Power Gaagaa (Gerhard Mayr) hat es ebenfalls deutlich leichter als zuletzt in Österreich und gehört mit Crazy GaaGaa RL (Robert Pletschacher) auf den V5-Schein. Kezara des Monts (Jochen Holzschuh) steht eigentlich auch nach Gewinnsumme gut in der Partie, aber mit Startplatz 14 muss die Französin erst einmal einen passenden Rennverlauf bekommen. Joell Dream (Robbin Bot) hat unter den Pferden mit Form den besten Startplatz und könnte seinen Aufwärtstrend mit einer guten Platzierung untermauern.
Danach gehört den noch jüngsten Hoffnungsträgern die Bühne. Denn nach den Rennen besteht die Möglichkeit, sich in aller Ruhe auf die 36. Derby- Jährlingsauktion vorzubereiten und die Stars der Zukunft aus direkter Nähe persönlich in Augenschein zu nehmen. Beginn der Auktion wird voraussichtlich gegen 17.00 Uhr sein.
Die Wett-Highlights am 1. August
Prämienausspielung um Wettgutscheine im Wert von 2.000 Euro sowie Derby VIP-Tickets über die Siegwette der Rennen 1-7.
3. Rennen: Start der V5-Wette mit 10.000 Euro Garantie inklusive 2.000 Euro Jackpot!
7. Rennen: Viererwette mit 5.000 Euro Garantie!
Unsere Tipps:
1) L’As Atout – Lincoln Renka – Kaporal du Houssel
2) Fabiofelix Font – Giasone Wise L – Tampa Bay
3) Jackstone – Explosive Ris – Leia Dream
4) Wally – Independent – Elma OE
5) Joell Dream – Klara – Power Gaagaa
6) Rainbow Bo – Pipa Massive – Fundador Font
7) Trogir - Schampus – Zoom Diamant – Charmy Charlie As