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    Kein Wölkchen trübt Orlando Jets Himmel

    An einem strahlend blauen Breeders-Crown-Tag unterstreicht Deutschlands bester Traber einmal mehr sein Können und gewinnt den Hauptlauf der älteren Hengste und Wallache. Der Stutenlauf geht an eine überragende Alegra B, die ihren Konkurrentinnen nicht den Hauch einer Chance lässt.  

    Der König wankte – aber er stürzte nicht. Mit seinem Sieg im Breeders-Crown-Hauptlauf der fünf- bis siebenjährigen Hengste und Wallache bewies der von Rudolf Haller trainierte und gesteuerte Orlando Jet, dass er in Traber-Deutschland das Maß aller Dinge ist. „Wenn er heute verloren hätte, wäre ich ihm nicht böse gewesen. Denn der Rennverlauf war wirklich hart.“ So lautete Hallers Statement unmittelbar nach dem Triumph – doch die Betonung lag auf dem Wort „wenn“. Denn den Gefallen, sich geschlagen zu geben, tat der bildhübsche Vierbeiner-Crack seinen Gegnern nicht. Orlando Jet, der die Breeders Crown schon 2016 und 2017 gewonnen hatte, ist auf der Derby-Bahn seit Jahren unbezwungen und auch an diesem spätsommerlichen Samstag trübte kein einziges Wölkchen den blauen Himmel über seinem erhobenen Haupt. Dass der Dunkelbraune gegen erlesene Konkurrenten die inklusive Züchterprämie mit rund 58.000 Euro dotierte Prüfung als 1,0-Topfavorit bestritt, sagt eigentlich schon alles aus – es ist das Zeichen der überwältigen Wertschätzung, die der majestätische Hengst beim Publikum genießt. Und obwohl er diesmal eine gute Runde vor dem Ziel bei seiner Attacke nicht an dem Piloten Halva von Haithabu (Thorsten Tietz) vorbeikam und erst 150 Meter vor dem Ziel die Nüstern in Front strecken konnte, verließ Orlando Jet im entscheidenden Moment weder seine Kraft noch sein Sieginstinkt. Als nämlich ganz außen Tsunami Diamant (Jörgen Sjunnesson) wie ein Blitz aus dem Nichts auftauchte und einen grandiosen Speedwirbel erzeugte, raffte sich Orlando Jet noch einmal entscheidend auf. Es war in 12,3/1.900m zwar nur eine Halslänge, die ihn von dem Verfolger trennte – aber es war genau jene Portion Willenskraft, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht. Orlando Jet ist und bleibt ein Phänomen – ein Pferd, das die Herzen rührt.             

    Der Stuten-Hauptlauf sahen die Zuschauer ebenfalls eine imposante Siegerin. „Wir hatten sehr viel Respekt vor der heutigen Aufgabe – in Berlin außen herum ein Rennen zu gewinnen, ist nicht einfach und wir haben unsere Chance daher gleich in der Startphase genutzt!“ So erklärte ein freudestrahlender Conrad Lugauer seine offensive Taktik unmittelbar nach dem Triumph mit Alegra B. Die inklusive der Züchterprämie mit fast 66.000 Euro dotierte Prüfung war der finanziell wertvollste Wettkampf des gesamten Mariendorfer Meetings. Die Braune, die 2017 einen Stutenderby-Vorlauf gewonnen hatte, aber im Finale von den Beinen geraten war, entfaltete gleich auf den ersten Metern ihr ganzes Können und ergatterte die Führung noch vor dem Erreichen des ersten Bogens. Vor den Tribünen marschierte Stonewashd Diamant (Peter Untersteiner) in der Außenspur auf. Doch die Angreiferin bekam gegen die für die Farben des Ehepaars Berchtold laufende Alegra B zu keinem Zeitpunkt auch nur den geringsten Stich. Ganz im Gegenteil – mit Erreichen des letzten Bogens löste sich die Pilotin nahezu spielerisch von den Verfolgern. Lediglich Goldy Stardust (Michael Nimczyk), die aber von der Position 11 aus erst spät eingreifen konnte, flog noch bis auf eine halbe Länge an die 13,1/1.900m trabende Siegerin heran. Mit einer besseren Ausgangslage wäre für die Brocker-Stute sehr viel mehr möglich gewesen. Das dritte Geld schnappte Super Queen C (Jaap van Rijn) Stonewashd Diamant weg. Sie hatte unterwegs stets Tuchfühlung zur Spitze gehalten und es ist beeindruckend, wie sich Super Queen C in den vergangenen Wochen unter der Regie von Stefan Schoonhoven gesteigert hat.            

    Für die älteren Pferde fanden neben den beiden Hauptläufen noch drei Entlastungen statt. In der Form seines Lebens präsentiert sich derzeit General Lee, der nach einem Traumverlauf als viertes Pferd außen mit einem tollen Spurt vor seinem Führpferd Pelle Barosso (Jörgen Sjunnesson) und TomNJerry Diamant (Michael Nimczyk), der bis in die Zielgerade hinein die Tempoarbeit verrichtet hatte, gewann. Der Wallach  steigerte zugleich seine Bestmarke auf 13,6/1.900m und ließ seinen Trainer und Fahrer Rob de Vlieger strahlen: „Schon bei seinem Marathon-Triumph in Bedburg-Hau hatte General Lee total locker agiert. Er begeistert unser ganzes Team!“ Sicherlich nicht weniger euphorisch wird die Stimmung in der Mannschaft des zigmaligen österreichischen Champions Gerhard Mayr gewesen sein, denn im Sulky des Hengstes Muscle Boy As ließ der Profi seinen neonfarbigen Dress mächtig leuchten. Der Sechsjährige präsentierte sich stark wie nie und gewann seine Entlastung vor Khalid (Roland Hülskath) und Gustavson Be (Victor Gentz) in 13,3/1.900m Start bis Ziel. Ähnlich beeindruckend war der Erfolg von Yen bei den Stuten. Im Sulky der Sechsjährigen aus dem Stall Mommert saß zum ersten Mal Thomas Panschow. Vor den Tribünen hatte der Profi Yen vorübergehend an die Spitze geführt. Im weiteren, überaus turbulenten Verlauf musste die Seriensiegerin die Führung aber wieder abgeben und sie drohte, an der Innenkante zu verhungern. Kurz vor dem Schlussbogen öffnete sich aber eine, wenn auch sehr enge Lücke und Yen stürmte unter Rekordverbesserung auf 13,2/1.900m zum Erfolg.      

    Neben den Hauptläufen und Entlastungen wurden noch einige weitere spannende Rennen ausgetragen. Das Meeting begann sogar mit einem regelrechten Paukenschlag, denn die 1,0-Topfavoritin Naama (Josef Franzl) wurde in der Auftaktprüfung trotz eines Idealverlaufs an der Spitze nur Vierte und bekam von Inforgettable und Heinz Wewering, die erst beim Einbiegen auf die Zielgerade richtig ernst machten, kräftig den Zahn gezogen. Auch der von Jörgen Sjunnesson gesteuerte Whirlwind BR war vom wettenden Publikum nicht unbedingt als Sieger erwartet worden, trommelte aber trotz zweiter Startreihe und anschließender Außenspur stolze 14,2/1.900m auf die Piste und gewann souverän. Gobelin und Victor Gentz lieferten einen absoluten Krimi ab und zogen auf den letzten Metern ganz außen an den Rails am gesamten Feld vorbei. Das Trotteur Francais ging an Michael Nimczyk und Fanny Hill, die eine Runde vor Schluss richtig Gas gab und deren Schritte im Anschluss immer länger wurden. Zweimal waren die Amateure gefordert. Der erstmals von Sarah Kube gesteuerte Paris Turf ging regelrecht spazieren und gewann seine Aufgabe Start bis Ziel. Auch Francesco ergriff mit seiner Besitzertrainerin und Lieblingsfahrerin Ronja Wohler gleich die Initiative. Der Wallach musste einer Gegnerin dann zwar zwischenzeitlich den Vortritt lassen, war aber auf der  Schlusshalben das mit Abstand stärkste Pferd.     

    Gesamtumsatz: 179.373,46 Euro – Bahnumsatz: 71.468,85 Euro – Außenumsatz: 107.904,61 Euro.

    Unser Terminhinweis: Am morgigen Sonntag (22. September) findet auf der Trabrennbahn Mariendorf der zweite Tag des großen Breeders-Crown-Meetings statt. Der erste Start erfolgt um 14.00 Uhr!