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    Zwei Girls rocken die Bahn

    Glossy Girl siegt mit Michael Hönemann für 93-faches Geld und Pastors Girl rast mit Michael Nimczyk in der 13,2-Tagesbestzeit durch die Kurven.   

    Bei der Berliner Matinée-Veranstaltung standen nicht nur fünf interessant besetzte Prüfungen im Blickpunkt, von denen vier live nach Frankreich übertragen wurden. Sondern auch ein Sportler, der aufgrund der weiten Anreise nicht persönlich vor Ort war und derzeit nicht an Rennen teilnimmt: Gerhard Biendl. Eine Sulky-Legende, die trotz Beendigung der Trainerkarriere keinesfalls aus dem Gedächtnis der Fans zu entschwinden droht. Ganz im Gegenteil: Der Berliner Trabrenn-Verein und sein Publikum hoffen, dass aus dem Ruhestand des 4.460-fachen Siegers schon bald ein Unruhestand wird und es ein Wiedersehen mit ihm im Winner-Circle gibt. Diesen Wunsch teilen natürlich auch seine Wegbegleiter Anja Rosenberg und Andreas Schwarz, die im Rahmen der Veranstaltung in vorab aufgenommen Interviews zu Wort kamen. Europas erfolgreichster Sulkyfahrer aller Zeiten, Heinz Wewering, drückte vor laufender Kamera ebenfalls seine Wertschätzung für Gerhard Biendl aus. Und natürlich wurden auf den Mariendorfer Monitoren noch einmal die Derby-Siege des bayerischen Top-Profis mit Speedy Harry und Lets Go sowie sein Triumph im Preis der Besten mit Popeye Diamant gezeigt.

    Nicht um ganz so viel Preisgeld, aber immerhin um viermal 4.000 Euro und einmal 3.000 Euro ging es dann in den fünf ausgetragenen Rennen und das Programm begann absolut sensationell, denn das Resultat der Auftaktprüfung schlug ein wie eine Bombe. Nicht etwa die hoch eingeschätzten Lorette Ass (Victor Gentz) und Pralla Michi (Thorsten Tietz) machten die Entscheidung unter sich aus. Beide Favoriten katapultierten sich durch Galoppaden aus der Wertung und in dem durch die Turbulenzen wild durcheinander gewirbelten Feld war es am Ende die von Michael Hönemann gesteuerte 93,2-Riesenaußenseiterin Glossy Girl, die sich für die Farben von Marion Herrmann gegen den ebenfalls kaum gewetteten Velten Cavallino (Quote 74,1:1) und seinen Besitzer Ferdinand Hirsch durchsetzte. Für Michael Hönemann war der Erfolg in 16,0/1.900m trotzdem keine große Überraschung: „Ich habe den Erfolg sogar angesagt. Die Stute hat sich sehr positiv entwickelt.“

    Auch unmittelbar danach ging es an den Wettkassen mit einer kleinen Überraschung weiter. Denn der von Manfred Zwiener präsentierte Gentle du Noyer zahlte über 11-faches Geld, obwohl durchweg gute Resultate in seinem Formenspiegel aufgelistet waren. Manfred Zwiener schickte den im Besitz von Mario Krismann laufenden und von Fred König trainierten Wallach sofort an die Spitze und lieferte im Anschluss eine taktische Glanzfahrt ab. Denn der Europameister des Jahres 2000 tat in Front nicht mehr als nötig und ließ die Gegner im Schlussbogen sogar hautnah an sich herankommen Doch es war nur ein Bluff und Manfred Zwiener fuhr auf der Zielgeraden auf und davon. Gentle du Noyer sprintete zu einem total souveränen Anderthalb-Längen-Sieg. In der Kilometerzeit von 15,5/1.900m sprang obendrein eine neue Rekordmarke für den Vierjährigen heraus.

    Nach zwei nicht erwarteten Ergebnissen war das dritte Rennen dann allerdings Balsam für die geschundenen Seelen der Favoritenwetter. Denn an der Dominanz von  Chimichurri und Andreas Marx gab es zu keinem Zeitpunkt etwas zu rütteln. Der zu 1,6-fachen Odds gehandelte Fuchswallach schoss wie ein Blitz an die Spitze und der ebenfalls gut gestartete und als Hauptkonkurrent eingeschätzte Peter Neisius musste im Sulky von Julnick Shark rasch einsehen, dass ein Gegenhalten keinen Sinn machen würde und ordnete seinen Schützling an zweiter Stelle innen ein. Damit ist der weitere Verlauf der Ereignisse beinahe schon komplett geschildert, denn Chimichurri schwang in 15,6/1.900m ein eisernes Zepter. Den schon sicher geglaubten zweiten Rang musste Julnick Shark trotz der geschonten Reserven aber noch an die von Michael Hamann glänzend eingesetzte Quick Lady abtreten, die lange strikt am Ende des Feldes gehalten wurde und im Einlauf wie ein Pfeil heranflog.

    Einfach nach vorne fahren und keinen mehr vorbeilassen: Das war auch die Devise des amtierenden Champions Michael Nimczyk mit Christoph Pellanders Stute Pastors Girl. Die Sechsjährige traf zwar auf einige exzellente Gegner, machte mit ihnen aber nicht viel Federlesens und verabschiedete sich auf den letzten Metern völlig überlegen mit dreieinhalb Längen Vorsprung. Und dies in der Tagesbestzeit von 13,2/1.900m – eine Steigerung ihrer Rekordmarke um volle 1,3 Sekunden! Ein dickes Kompliment verdiente sich zweifellos auch der zweitplatzierte Don Trixton. Thomas Panschow musste mit Margitta Föllmers Vierbeinerstolz zwar außen herum. Aber trotz des anspruchsvollen Pensums verkaufte sich der Hengst nach seiner langen Winterpause auf Anhieb blendend. Er wird noch viel von sich reden machen.

    Als Abschluss folgte eine den französischen Trabern vorbehaltene Prüfung, die – wie könnte es anders sein – von Grietje und ihrem Trainer Jochen Holzschuh gewonnen wurde. Die Tochter des Amérique-Siegers Kesaco Phedo entwickelt sich zu einem Dauergast im Mariendorfer Winner-Circle. Die Braune hatte von der Grundmarke aus alles passend vorgefunden und duldete nur kurzzeitig einen Konkurrenten vor sich, um dann selber nach vorne zu gehen. Nachdem Grietje das Kommando übernommen hatte, war die Angelegenheit bereits entschieden. Mit fünf Längen Vorsprung vor Expandable Hope (Dennis Spangenberg) stellte die Sechsjährige in 16,0/2.500m die deutlichste Siegerin der Veranstaltung dar.    

    Gesamtumsatz: 53.206,68 Euro.  Bahnumsatz: 16.729,30 Euro. Außenumsatz: 36.477,38 Euro. 

    Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 15. Mai statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Im Mittelpunkt stehen das mit 10.000 Euro dotierte und von trotto.de gesponserte Vierjährigen-Rennen sowie die Läufe der Gold- und Silber-Serien um insgesamt 16.000 Euro Preisgeld. Die Starterangabe, die Sie auch online auf www.rennbahn-berlin.de vornehmen können, ist am Montag, dem 9. Mai. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@rennbahn-berlin.de.