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    Thomas Royer und Tom Karten glänzen

    Beide Amateure beherrschen die Läufe des Fritz-Brandt-Rennens. Die Etappensiege der Gold- und Newcomer-Serien gehen an Thomas Panschow und Gerhard Mayr.

    Ein Sulky-Klassiker – zwei Sieger. Zum ersten Mal in seiner fast neunzigjährigen Geschichte wurde das Fritz-Brandt-Rennen nicht in einem einzigen Finale entschieden, sondern es fanden zwei voneinander getrennte und mit jeweils 10.000 Euro dotierte Läufe statt. Ob dies aus traditioneller Sicht wünschenswert war, darüber mag man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Fakt ist aber: Das Nennungsergebnis war prächtig – die insgesamt 23 Teilnehmer, die sich in den beiden Prüfungen mit ihren Pferden hinter dem Startauto versammelten, verkörperten die Essenz des deutschen, österreichischen und niederländischen Amateursports. Die Besten der Besten – kaum einer der großen Name fehlte und die von diversen Aktivitäten für Groß und Klein begleitete Veranstaltung war trotz des widrigen Regenwetters überaus gut besucht und ein voller Erfolg.

    Erfolg – das ist zudem genau das Stichwort, das den achtmaligen österreichischen Staatsmeister Thomas Royer passend beschreibt. Denn der sympathische Sportler, der stets die Ruhe in Person ist, erfüllt die in ihn gesetzten Erwartungen nahezu hundertprozentig. Und die waren im ersten Lauf des Fritz-Brandt-Rennens gewaltig, denn das Publikum hatte seinen von Josef Franzl für die Farben von Rolf Dürr trainierten Hengst Tyron Hill als nahezu unschlagbar eingeschätzt. Gegen zehn prominente Konkurrenten stand der Fünfjährige bei lediglich 1,2:1. Und der Braune fegte in einer Art und Weise los, als sei ihm dies bewusst und als ob er sich für dieses Kompliment bedanken wolle. Lediglich vor den Tribünen ließ Tyron Hill seine Gegner kurz einmal an sich heran. Aber auf der Schlusshalben gab der Favorit dann richtig Gas und die Prüfung entwickelte sich zu einer One-Horse-Show. Hinter dem 15,0/1.900m trabenden Sieger, der nicht einmal ansatzweise an seine Leistungsgrenze gehen musste, hatten die zwei-und drittplatzierten WalkofFame Diamant (Thomas Maaßen) und Don Timoko (André Pögel) trotz starker Schlussleistung nicht den Hauch einer Chance.

    Während der 43-jährige Thomas Royer schon seit langer Zeit als absoluter Routinier gilt, steht der Sieger des zweiten Fritz-Brandt-Laufs erst am Anfang seiner Karriere. Und dennoch hat er sich aufgrund seiner taktisch klugen Fahrten innerhalb kürzester Zeit einen Namen gemacht. Die Rede ist von Tom Karten, der erst 20 Jahre alt ist und dennoch total abgebrüht agiert. Der in Mönchengladbach lebende Amateur holte sich den bisher wichtigsten Volltreffer seiner Laufbahn mit Versace Diamant – sehr zur Freude seiner Mutter Tina, die in die Hauptstadt mitgereist war und im Winner-Circle schilderte, wie sehr ihr das Renngeschehen und die Starts ihres Sohnes unter die Haut gehen. Ihre Nerven wurden diesmal sicherlich besonders strapaziert, denn ihr Filius ließ sich mit seinem Pferd alle Zeit der Welt und setzte den zu jenem Zeitpunkt lediglich an fünfter Stelle liegenden Versace Diamant erst kurz vor dem Schlussbogen ein. Doch Tom Karten hatte völlig richtig erkannt, dass das von der Spitzengruppe vorgelegte Tempo viel zu hoch war. Als er selber aktiv wurde, fing er einen nach dem anderen der erschöpften Gegner ein. Versace Diamant löste sich im Einlauf in bärenstarken 14,3/1.900m völlig überlegen vom Feld. Zweiter wurde Quandor (Lesley Renner), der trotz seiner phänomenalen Leistungen derzeit einfach nicht gewinnen kann und einen vollen Erfolg längst doppelt und dreifach verdient hätte. Und auch Nada más (André Pögel) lieferte als Dritter eine überzeugende Leistung ab.

    Genauso wie in den beiden Fritz-Brandt-Läufen ging es auch auf der zweiten Etappe der Gold-Serie für den Sieger und die Platzierten um 10.000 Euro Preisgeld. Trotz exquisiter weiterer Starter hatte sich der Mariendorfer Moderator und Wettexperte Nicolai Laaser, der den Zuschauern zuvor bereits Tyron Hill erfolgreich avisiert hatte, in seinem „Zwei-Bänke“-Tipp auf Thomas Panschow und Keytothehill festgelegt und lag damit goldrichtig. Beim Kampf um die Spitze ließ Panschow zwar zunächst Halva von Haithabu (Thorsten Tietz) den Vortritt, drehte den Spieß aber auf Zielhöhe wieder um. Auf der Gegenseite stürmte vom Ende des Feldes aus Norton Commander (Michael Nimczyk) heran. Bei Zwischenzeiten von 10,4 und 13,0 ließ Keytothehill den Angreifer aber ins Leere laufen. Der Derby-Favorit der Saison 2020 war eine Klasse für sich und siegte in der Tagesbestzeit von 13,8/1.900m hochüberlegen, während es für Norton Commander für den zweiten Rang noch eng wurde, denn der fein spurtende Major Hill (Victor Gentz) erzwang noch ein Zielfoto, das aber zugunsten von Karin Walter-Mommerts Crack ausfiel.

    Der mit 6.000 Euro Preisgeld dotierte Newcomer-Lauf endete mit einer kleinen Sensation, denn nicht der zuvor noch ungeschlagene 1,3-Topfavorit Rimski (Josef Franzl), sondern der zur 12,7-fachen Quote gehandelte Baltimore Beach und sein Trainer Gerhard Mayr holten sich den Siegerpokal. Der Rennverlauf war kurios: Während Baltimore Beach rasant die Führung übernommen hatte, dann aber erst einmal Gegner passieren lassen musste, zog Rimski vor den Tribünen im Rush auf und führte das Feld im Anschluss mit riesigem Vorsprung an. Doch beim Einbiegen auf die Zielgeraden wurden Rimskis Schritte immer kürzer und Gerhard Mayr witterte urplötzlich Morgenluft. Baltimore Beach entwickelte tollen Speed und ging in 16,3/1.900m einem sehr sicheren Sieg entgegen und auch Bebi Royal (Thomas Panschow) sowie Lorette Ass (Victor Gentz) nutzten ihre Chance und stürmten an dem erstaunlich klar geschlagenen Rimski vorbei.  

    Die sportlichen Höhepunkte der Veranstaltung wurden von einem würdigen Rahmenprogramm begleitet. Die Sieger in chronologischer Reihenfolge: Feeling Sky wurde von Manfred Zwiener taktisch clever an der Innenkante geschont und kam gerade noch rechtzeitig frei, um den Piloten Hangoun du Bocage mit Millimetervorteil abzufangen. Nicht ganz so eng ging es beim Sieg von Dennis Spangenberg und Readly Passion zu. Der Wallach hatte mit der Außenspur keinerlei Probleme und löste sich im Einlauf mit zwei Längen Vorsprung. Einen völlig überlegenen Erfolg feierte Michael Nimczyk mit Kaiserhof Newport, der sofort nach vorne ging und seine Konkurrenten auf der langen 2.500-Meter-Strecke regelrecht deklassierte. Recht spannend wurde es dagegen beim Sieg von Thorsten Tietz und Pandroklus Eck, denn im Einlauf näherte sich Ray Kelly (Thomas Panschow) dem vor den Tribünen in Front gezogenen Favoriten durchaus gefährlich. Pandroklus Eck zog aber sicher durch und gab sich keine Blöße.

    Nach langer Pause kam endlich einmal wieder ein Monté zustande und es wurde zur Beute von Sarah Kube und Theresa Viking. Die Amazone nutzte den Bandvorteil konsequent, ließ das Tempo an der Spitze nie abflauen und ritt einem souveränen Treffer entgegen. Den Frühjahrs-Pokal des VDT holte sich Roman Matzky mit Horatio Fortuna, der auf der Schlusshalben mächtig auf Touren kam, aber eventuell dennoch nur Zweiter geworden wäre. Der vor ihm positionierte Favori de la Basle konnte jedoch von Michael Nimczyk kurz vor dem Ziel nicht mehr auf den Beinen gehalten werden und wurde disqualifiziert. Den Abschluss unter die Veranstaltung setzte Dennis Spangenberg, der somit zum einzigen Doppelsieger wurde. Er führte Spy Lord auf die Ehrenrunde, der nach flinkem Beginn Ijsvink (Thomas Panschow) die Tempoarbeit überlassen hatte und den Kontrahenten in einem packenden Finish hauchdünn niederrang.

    Gesamtumsatz: 169.507,20 Euro.  Bahnumsatz: 54.467,70 Euro. Außenumsatz: 115.039,50 Euro.

    Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 24. April statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Im Mittelpunkt stehen die Derby-Vorprüfung für Vierjährige sowie die Silber- und Newcomer-Serien. Die Starterangabe, die Sie auch online auf www.rennbahn-berlin.de vornehmen können, ist am Dienstag, dem 18. April. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@rennbahn-berlin.de.