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    Robbin Bot wie entfesselt

    Der 29-jährige Niederländer erzielt die sensationelle Ausbeute von sieben Tagessiegen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Lokalmatadoren geehrt. 

    Jede Menge Jackpots und Garantien und sogar der eine oder andere Sonnenstrahl am Himmel: Der Mariendorfer Jahresauftakt wurde von interessanten Wett-Highlights von idealen äußeren Bedingungen begleitet. Und doch lag ein kleiner Hauch von Melancholie in der Luft: Denn eine Veranstaltung, bei der die neuen Lokalmatadoren geehrt werden, hätte ganz sicherlich ein vielköpfiges Publikum verdient gehabt und dass die treuesten Fans aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen nicht vor Ort sein konnten, war natürlich überaus bedauerlich. Die neuen Champions mussten also notgedrungen auf den herzlichen Applaus verzichten und es bleibt nur zu hoffen, dass nach einem Abklingen der Infektionszahlen bald alles wieder in geregelten Bahnen verläuft. Zudem wurde auch der wohl prominenteste der Champions – nämlich der Meister der Berufsfahrer – schmerzlich vermisst: Michael Nimczyk konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Auch sein nach einer Hüftoperation gerade erst wiedergenesener Vater Wolfgang, die Monté-Championesse Ronja Walter und der bereits in Winterruhe befindliche „Mariendorfer Traber des Jahres“ Purple Rain waren im Gegensatz zu den Lokalmatadoren Ulrich Mommert, André Dujardin, André Pögel und Franz-Josef Stamer leider nicht vor Ort.

    Unseren Rückblick auf die Veranstaltung wollen wir standesgemäß natürlich mit den ersten Siegern der Mariendorfer Trabrennsaison 2021 beginnen – nämlich mit Robbin Bot und Favori de la Basle. Auf der langen 2.500-Meter-Distanz war das Gespann zunächst an dritter und auf der Schlussrunde dann an zweiter Stelle postiert. Als Robbin Bot mit dem 1,0-Topfavoriten ausgangs des letzten Bogens ernst machte, war es um den tapfer agierenden Piloten Dalton du Demon (Anne Lehmann) rasch geschehen und Favori de la Basle ging – sicherlich sehr zur Freude seines Besitzers Bernhard Schuch – einem überlegenen Sieg entgegen. Für Robbin Bot, der Michael Nimczyks Fahrten übernommen hatte, war nach diesem Triumph aber noch nicht der Feierabend eingeläutet. Ganz im Gegenteil: Durch weitere Siege mit Key West Newport, der den führenden Quartmajor (Thorsten Tietz) in einem dramatischen Finishduell abfing, und mit Venture Capital, der ausgangs des ersten Bogens nach vorne ging und im Einlauf spielerisch zulegte, legte der schon seit langem in Deutschland lebende Niederländer einen lupenreinen Hattrick hin.

    Leider gibt es kein Synonym für einen vierfachen Sieg, also keinen „Quattrick“. Ein derartiger Begriff müsste aber dingend erfunden werden, um Robbin Bots Start in die Mariendorfer Saison passend zu umschreiben. Denn der Profi legte unmittelbar nach seinem lupenreinen Hattrick gleich noch einen obendrauf und führte Kaiserhof Newport auf die Ehrenrunde. Der rollte auf der Schlusshalben das gesamte Feld von hinten auf. Mit Jacques Villeneuve wäre dem Bronzehelm fast sogar noch der „Quinttrick“ gelungen – das wusste aber Thomas Panschow mit Rolfi zu verhindern. Der „Mann in Blau“ harmoniert mit Hans-Heinrich Dreves Wallach einfach blendend und dies wurde nun belohnt. Nach einem rasanten Start schwang Thomas Panschow ein eisernes Zepter und führte Rolfi von der Spitze aus gekonnt zu dessen ersten Volltreffer seit dem Dezember 2019. Doch die Chronologie der Erfolge war für Robbin Bot trotz des „Gegentores“ nicht beendet, ganz im Gegenteil. Der Profi punktete mit der durch die Außenspur trabenden Jacy di Quattro, mit Maesta Hill, die nach geschontem Verlauf an der Innenkante eine knappe halbe Runde vor dem Ziel zum Angriff beordert wurde, und mit Garuda Fligny, der Start-Ziel keinerlei Opposition duldete. Insgesamt sieben Tagessiege – eine derartige Ausbeute ist bisher nur ganz wenigen Trabrennfahrern jemals auf der Derby-Bahn gelungen und Robin Bott wird sich noch lange an das denkwürdige Ereignis erinnern.     

    Der spektakuläre Auftritt des Bronzehelms prägte natürlich das gesamte Geschehen. Aber es gab noch weitere exzellente Leistungen der zwei- und vierbeinigen Akteure zu bewundern. Zum Beispiel in der Gewinnsummenkasse bis 3.500 Euro: Die großen Versprechungen, die Vivaldi Diamant nach Einschätzung seines Trainers und Fahrers Victor Gentz schon vor längerer Zeit gemacht hatte, hält er zu hundert Prozent. Der Wallach entwickelt sich einfach prächtig. Nachdem der Braune auf Zielhöhe das Kommando übernommen hatte, war er eine Macht und gewann mit drückender Überlegenheit. Auch die von Thorsten Tietz präsentierte Gwendoline Go hatte gleich zu Beginn ihrer Rennlaufbahn viel Können bewiesen – dann geriet der Kurs aber etwas ins Schlingern. In den vergangenen Wochen geht es nun aber wieder steil bergauf und trotz zweiter Startreihe erfolgte der zweite Sieg hintereinander. Die Fünfjährige ging eine Runde vor dem Ziel nach vorne und löste sich auf den letzten Metern souverän von den Verfolgern. Thorsten Tietz punktete ebenfalls mit Paris Turf, der von der Spitze aus gegen starke Konkurrenten im Einlauf zwar für einen kurzen Moment unter Druck geriet, aber sofort wieder famos anpackte und den Sieg festhielt.

    Gesamtumsatz: 181.812,88 Euro. 

    Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 24. Januar statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Im sportlichen Mittelpunkt steht der Winter-Pokal des VDT. Die Starterangabe, die Sie auch online auf www.rennbahn-berlin.de vornehmen können, ist am Montag, dem 18. Januar. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@rennbahn-berlin.de.