Historischer Sieg durch Mon Jolie im Stuten-Derby-Thriller nach Glanzfahrt von Thomas Panschow
Thomas Panschow findet mit der 122,5:1-Außenseiterin alle Lücken und fängt in einer Zielfoto-Entscheidung Thanks und Brownie Diamant auf der Linie ab und sorgt für drei Jackpots – Super Trot Cup geht an De Chambeau (André Eklund) – Artful Honey (Rupert Schwaiger) im Dambos Erster-Rennen
(MaFi) Selten war die Situation mit nur drei als möglichen Siegerinnen eingeschätzten Pferden, auf denen 99 % der Einsätze in der V7+-Wette lagen, vor einem Stuten-Derby so klar wie in diesem Jahr, doch am Ende gab es eine der größten Sensationen in der deutschen Traber-Geschichte. Thomas Panschow, der einst mit Nu Pagadi im „großen Derby“ die Entscheidung zum erheblichen Teil durch seine Fahrership herbeigeführt hatte, schaffte dasselbe in noch spektakulärem Stil diesmal mit Mon Jolie, der vierten Stallfarbe von Trainer Wolfgang Nimczyk und zweitgrößten Außenseiterin im Rennen bei den Ladys. Nach dem Start sah man ein Duell zwischen Daireann (Josef Franzl) und Thanks (Dennis Spangenberg), bei dem sich die bayerische Vertreterin durchsetzen konnte, und sowohl vor der Tribüne Brownie Diamant wie nach einer Runde Mille Fleur beim Versuch, selber das Kommando zu übernehmen, eine Abfuhr erteilte. Als auch die in dritter Spur angreifende Myrena nicht recht weiterkam, die beiden Führenden aber 400 Meter vor dem Ziel immer noch einen glänzenden Eindruck machten, ahnten die Favoritenwetter bereits, dass sie im Stuten-Derby 2026 nicht an der Auszahlkasse stehen würden. Mit Mon Jolie rechnete allerdings auch zu diesem Zeitpunkt niemand, denn ihr waren von Beginn an im Hintertreffen alle Positionskämpfe erspart worden. Noch in der Mitte des letzten Bogens an achter Stelle im Elfer-Feld liegend, hatte ihr Catchdriver jedoch plötzlich ein gut gehendes Pferd in der Hand und versuchte, außen im Speed zu kommen. Als dort alle Wege versperrt waren, schaltete Panschow so blitzschnell um, wie es nur Fahrer können, die neben ihrem Talent auch den für besondere Situationen nötigen Schuss Genialität mitbekommen haben, wechselte in einer wahren Slalomfahrt von außen nach innen und hatte das Glück, dass sich alle benötigten Lücken wie von selbst auftaten. Genau im Ziel bekam Mon Jolie die kämpfenden Thanks und Brownie Diamant zu fassen und setzte sich mit dem knappest möglichen Vorsprung „kurzer Kopf – kurzer Kopf“ durch. Hinter der auch noch gut zulegenden Valparaiso wurde die bis 80 Meter vor der Linie als mögliche Siegerin kämpfende Daireann Fünfte, deren große Leistung damit nicht adäquat belohnt wurde. Die Siegerzeit von 1.13,8 war deutlich langsamer als die der vergangenen Jahre, was nach kritischer Anmerkung von Jaap van Rijn bei der letzten Siegerehrung des Tages daran lag, dass das Geläuf sich nicht in optimalem Zustand befand.
Nicht
ganz mit dem erwarteten Ausgang endete auch das B-Finale, in dem Alma Mia als
heißeste Favoritin des Tages wie schon in ihrem Vorlauf früh fehlerhaft war und
nach einer Aufholjagd im letzten Bogen erneut ansprang. Dort war die bis dahin im
Mittelfeld, aber allein in zweiter Spur gehende Opera OE zur Stelle und
fing mit Michel Rothengatter trotz des aufwändigen Verlaufs die stets führende
Jördis noch bequem ab.
De
Chambeau ein weiterer Schweden-Sieger im Super Trot Cup
Wie
schon mehrfach, wurde der Super Trot Cup auch diesmal eine schwedische Beute.
André Eklundh, der schon einige Male privat in Mariendorf zu Gast war,
profitierte nicht zuletzt von einer anfänglichen Höllenfahrt, die sich beim
Kampf um das Kommando Favorit Brilliant Kid und Geheimtipp Goldie Home
geliefert hatten. Als sich das Tempo nach einer Runde beruhigte, rollte Eklundh
mit De Chambeau vor der Tribüne das gesamte Feld auf, wurde aber davon
überrascht, dass Peter G. Norman trotz der harten Eröffnung auf der Führung
beharrte. „Da hatte ich nicht mehr damit gerechnet, auch außen herum gewinnen
zu können, doch mein Pferd kämpfte einfach großartig“, genoss der Schwede das
Ereignis, während sein Landsmann Mitte der Zielgeraden hinter einem komplett
geschlagenen Piloten saß. Dessen Rückzug nutzen Mark Schermer und die innen
durchstoßende FriendofthePhantom für lukrative Platzgelder, hinter denen Goldie
Home ebenso dichtauf war wie der auf der zweiten Runde nicht aus dritter Spur
wegkommende Villeneuf.
Leid
und Freude für Rupert Schwaiger
In
gewisser Weise spektakulär verlief auch das Dambos Erster-Rennen, dessen ersten
Vorlauf Top-Favorit Cast Iron (Rodegang Elkendorf) Start-Ziel mühelos
gewann, was im zweiten Vorlauf auch der mit einem langgezogenen Endspurt beim
von Beginn an führenden Explosiv Ris angekommenen und knapp
vorbeigegangenen Artful Honey zu gelingen schien. Deren Steuermann Rupert
Schwaiger, der bis dahin ein blitzsauberes Rennen abgeliefert hatte, schien die
Angelegenheit jedoch etwas zu leicht zu nehmen, wurde auf den letzten Metern
ausgekontert und musste den Sieg Mario Zdiarstek überlassen, der Belohnung für
seinen nicht endenden Kampfgeist fand. Im Finale über 2.500 Meter machte
Schwaiger seinen Faux Pas vergessen, brachte Artful Honey aus dem
Zulagenband so brillant in die Partie, dass er früh die Lage hinter dem
dominierenden Cast Iron einnehmen und diesen zum Schluss fast mühelos
überlaufen konnte.
Abwechslungsreicher
Rahmen
Wie
schon an den Vortagen bestätigte sich der Trend, dass es im diesjährigen
Derby-Meeting nur selten Mehrfachsieger unter den Fahrern gibt. Diesmal lautete
die Bilanz „Elf Rennen, elf Fahrer“. Katherina Kramer nutzte mit dem starken
Frontrenner Pergamon S die Gunst der Stunde, als sie in einem weiteren
Amateurfahren sofort in Front kam und dort das Tempo nach Belieben dosieren
konnte, was ihr Hengst mit Einsatz bis zur Linie dankte und den spät
freikommenden Max Hazelaar sowie den allein durch die Außenspur gehenden
Favoriten Billy Kimber in Schach hielt. Noch weniger Mühe hatte Dennis
Spangenberg mit derselben Taktik hinter dem veranlagten Dreijährigen Peak of
Moni, zumal die favorisierte Signora veloce erst verstärkt ins Geschehen
eingriff, als alles entschieden war. Marciano Hauber konnte sich dagegen mit First
Dream TG am Ende des Feldes genüsslich ansehen, wie die nach vorn gegangene
Loretta di Masi von Gunfire unter Dauerdruck gesetzt wurde, so dass der Stute
die Reserven fehlen musste, als der Favorit im Einlauf in großer Manier aufzog.
Für dieses Rennverlauf-Pech entschädigte sich Thorsten Tietz später unter
umgekehrten Vorzeichen, als er selbst von einem wenig sinnvollen Duell zwischen
Maverick K.W. und Pedro Beuckenswijk profitierte, mit der anfangs aus allem
herausgehaltenen Veritas nach einer Runde allmählich aufrückte und den schwedischen
Favoriten am Ende problemlos passieren konnte. Den Schlusspunkt setzte Jaap van
Rijn, der mit Otto Beuckenswyk im letzten Bogen prominent neben der
führenden La Mirage erschien, aber mit seinem zunehmend nach außen bugsierten
Schützling auf der Hut bleiben musste, um Restzweifel am Sieg zu beseitigen.
Der
Wettumsatz näherte sich schon mehr dem Vorjahresergebnis, als es am Tag zuvor
der Fall war, und kann in Anbetracht des Doppel-Jackpots in der V7+-Wette und
des gleichfalls rekordverdächtigen in der Dreierwette des Derbys sogar noch
positiv enden.
Umsatz:
359.845,45 Euro – Bahnumsatz: 164.061,90 Euro – Außenumsatz: 195.783,55
Unser Terminhinweis: Höhepunkt und Abschluss des Derby-Meetings ist der morgige Sonntag mit 14 Rennen und Veranstaltungsbeginn um 11.30 Uhr. Zur Austragung gelangen neben dem 131. trotto.de Deutsches Traber-Derby u.a. das Monté-Derby, die Derby-Revanche 2025 und die Derby-Rekordmeile. Der Toto bietet besondere Highlights mit Jackpots von 38.598 Euro in der V7+- und 11.501 Euro in der Dreierwette des Derbys, so dass die dortigen Auszahlungs-Garantien auf 80.000 bzw. 40.000 Euro angehoben werden konnten.