Ustinov, Force of Nature und Habibii begeistern in den Hauptereignissen
Thomas Royer gewinnt die Internationale Derby-Meisterschaft der Amateure mit „Weile“, Jaap van Rijn den Derby-Marathon nach Zielfoto und Marciano Hauber den Stuten-Klassiker im Speed – Lena Franzl, Kalle Krohmer und Ben Will bei den Junioren – V7+-Wette nicht getroffen
(MaFi) Mit einem zwölf Rennen umfassenden Programm,
das etliche Höhepunkte bereithielt, begann am Freitagabend das „große“
Wochenende des diesjährigen Derby-Meetings. Die sehr hohen Temperaturen des
Tages veränderten sich zwar zu angenehmer Sommer-Wärme am Abend, aber viele
Besucher waren erst im Laufe der Veranstaltung zur Stelle, weshalb der
Bahnumsatz in der ersten Programmhälfte hinter den Vorjahreswerten zurückblieb,
während die sportlichen Darbietungen vom ersten bis zum letzten Rennen
gleichbleibend gut, teilweise sogar herausragend waren.
Big
Points für Bayern, Österreich und die Niederlande
Finanzielles Highlight war die Internationale Derby-Meisterschaft der Amateure, in der in zwei Vorläufen und einem Finale stattliche 35.000 Euro zu verdienen waren. Den ersten Vorlauf sicherte sich der für 1,3:1 ins Rennen geschickte Top-Favorit After Dark Diamant, mit dem Titelverteidiger Andre Pögel sich auf keine Spielchen einließ, seinen Partner gegen den attackierenden Euritmico Jet konsequent an die Spitze brachte und dort fortan spazieren fuhr, was in einem überlegenen vier-Längen-Sieg in neuer Rekordzeit von 1.12,6 gegen Tarantino, Barolo Rosso, Duval di Masi und Uletto mündete.
Auch der zweite Vorlauf wurde Start-Ziel entschieden, allerdings vom 36,2:1-Außenseiter D Day AS, der mit Martin Geineder nicht nur durch seinen enormen Antritt imponierte, sondern in 1.12,2 zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise in Gefahr geriet. Favorit Ustinov, WalkofFame Diamant, Parodie Vrijthout und Cash to Thelimit S hatten das Nachsehen.
Das
Finale konnte erst nach Fehlversuchen auf die Reise geschickt werden, und der
erneut klar favorisierte After Dark Diamant musste einiges tun, bis er nach 500
Metern das Kommando innehatte. Dass es diesmal im Anschluss nicht so leicht wie
zuvor werden würde, dafür sorgte ausgerechnet der von Thomas Royer brillant aus
dem Zulagenband gebrachte und schnell an vierter Stelle aufgetauchte Ustinov,
der nach einer Runde beim Piloten auftauchte, ihn unter Druck setzte und schon
bei Erreichen der Zielgeraden als Sieger feststand. In 1.12,5 zertrümmerte der
für 5,5:1 als zweiter Favorit ins Rennen gegangene Wallach die Konkurrenz mit
„Weile“, und der gleichfalls von Josef Franzl trainierte After Dark Diamant
konnte froh sein, dass der aus seinem Rücken für den Ehrenplatz brandgefährlich
werdende Tarantino Mitte der Zielgeraden ansprang. So holten sich D Day AS,
WalkofFame Diamant und Barolo Rosso die weiteren lukrativen Platzgelder. Bei
der Siegerehrung räumte Österreichs mehrfacher Staatsmeister mit der verbreiten
Vermutung auf, er habe es im Vorlauf ruhig angehen lassen, um Kräfte für das
Finale zu sparen: „So war es nicht, ich hätte schon gern gewonnen, habe aber
einfach den überragend gehenden Sieger unterschätzt.“ Damit war Royer nicht
allein in Anbetracht der Tatsache, dass D Day AS lediglich gute Formen aus Wels
und einigen C-Bahnen im Gepäck hatte.
Zielfoto
nach 3.200 Metern
Weitaus
spannender war es zuvor im Derby-Marathon zugegangen, den sich der
international erprobte Force of Nature trotz Doppelzulage holte. Zu
Beginn der Schlussrunde mit einem Zwischenspurt an die Seite von Tonga
gegangen, war der fünfjährige Hengst im Einlauf vom attackierenden Charmy
Charly As schon knapp passiert, doch Jaap van Rijn behielt in unnachahmlicher
Art die Neven und konterte den Angreifer in 1.15,4 aus. Das Zielfoto wies einen
hauchdünnen Vorteil für Force of Nature aus, aber da beide Pferde bei 2,4:1 am
Toto gleichauf gestanden hatten, hätten sich viele Zuschauer nach dem
mitreißenden Endkampf am liebsten ein totes Rennen gewünscht.
Habibii
ist wieder da
Die
ansteigende Form der ehemaligen Stuten-Derby-Zweiten Habibii hatte man
bei wenigen Versuchen nach über einjähriger Pause und speziell zuletzt bei
einem eindrucksvollen Erfolg in Gelsenkirchen erkennen können. Nun meldete sich
die inzwischen Sechsjährige im Bruno Cassirer-Rennen auch auf höherer Ebene
zurück. Von Marciano Hauber lange im Mittelfeld versteckt, gab es gegen den
Schlussangriff der auf der „normalen“ Steherdistanz von zwei Runden in 1.14,7
als zweite Favoritin für 4,1:1 gewinnenden Stute für die lange führende Pipa
Massive kein Gegenmittel, die sich aber soeben die zudringlich werdenden
Riesen-Außenseiterinnen Time of Departure und Moonstruck Design vom Leib halten
konnte. Nach 17 Siegen und drei zweiten Plätzen endete die großartige Serie von
Lokalmatadorin Komino Blue Lagoon, die es mit Zulage und der höchsten Nummer im
zweiten Band zu schwer antraf und über einen vorübergehenden Zwischenangriff
nicht hinauskam.
Junioren
Start-Ziel
Die Derby-Junioren-Meisterschaft konnte erfreulicherweise in drei Läufen mit 31 Teilnehmern ausgetragen werden und brachte jeweils Start-Ziel-Erfolge. Dabei sorgte Lena Franzl mit der beim sechsten Saisonstart zum vierten Volltreffer kommenden Carrie B. mit Rekordverbesserung auf 1.14,4 als 1,8:1 Favoritin für den dritten Trainer-Punkt für Vater Josef Franzl, während Kalle Krohmer mit der zwei Zehntel schnelleren Pour Moi für 2,3:1 ebenfalls als Bestgewetteter anschlug. Mit der für 45,4:1 ins Rennen gegangenen und damit längsten Tagessiegerin Velten in Heaven sorgte Ben Will dagegen bei seinem ersten Mariendorf-Treffer in 1.15,7 für eine handfeste Sensation, die Frederic Perner mit dem im Einlauf angreifenden und bereits besser gehenden Purple Flevo verhindert zu haben schien, aber die Siegerin kam auf den letzten Metern spektakulär zurück.
Obwohl
schon amtierende Europameisterin, kann auch Steffi Mayr bei den Amateuren noch
als „Juniorin“ durchgehen, und auch sie kam nach vielen Minitraber-Siegen mit
dem sich auf 1.16,3 verbessernden Seriensieger Power Willy (4,4:1) zum
ersten „echten“ Erfolg in Mariendorf.
Noch
mehr Favoriten
Auch die übrigen Rennen, insbesondere der ersten Programmhälfte, holten sich die Favoriten. Im einleitenden Trabreiten musste Ronja Walter auf Neuf du Pape, der für 1,2:1 das größte Vertrauen am gesamten Renntag getragen hatte, allerdings alle Register ziehen, um mit dem weit nach außen driftenden Wallach in 1.14,7 die zeitgleiche und von Beginn an führende Luna Barossa noch zu stellen. Leichter hatte es Michael Nimczyk, als er mit dem Lasbeker Debütanten Whistler zunächst Commander Viking den Vortritt gelassen hatte. In dem Moment, in dem er aber mit dem veranlagten Dreijährigen, der in beachtlichen 1.13,8 debütierte, Ernst machte, war das Rennen zu seinen Gunsten entschieden.
Notgedrungen
spannender musste es bei seinem zweiten Tagestreffer Marciano Hauber machen,
denn als er nach einer Runde am Ende des Feldes Independent einsetzte
und zügig vorankam, ging die führende Wake me up mit. Beide setzten sich weit
vom Rest ab, im Einlauf wogte der Kampf hin und her, doch auf den letzten
Metern holte der Niederländer in 1.16,9 und für 3,0:1 den entscheidenden
Vorteil im Favoriten-Duell heraus.
Auch
wenn fünf der sieben Sieger in der V7+-Wette kaum mehr als Formsache waren,
sorgten die beiden krassen Außenseiter D Day AS und Velten in Heaven dafür,
dass die Königswette nicht getroffen war, so dass es bereits 24 Stunden später
am Tag des Stuten-Derbys einen opulenten Jackpot von17.531 Euro geben wird,
durch den die Auszahlungsgarantie auf 40.000 Euro steigt.
Umsatz:
276.556,80 Euro – Bahnumsatz: 118.939,90 Euro – Außenumsatz: 157.616,90 Euro
Unser Terminhinweis: Weiter geht es im Derby-Meeting bereits am Sonnabend, 15. August, mit einer wegen der Hitze erst um 16.30 Uhr beginnenden Nachmittags-/Abendveranstaltung, in deren Mittelpunkt das Marion Jauß-Deutsche Stuten-Derby, der Super Trot Cup und das Dambos Erster-Rennen stehen. In der V7+-Wette gelangt der Jackpot vom Freitagabend zur Ausspielung, so dass die neuen Rahmenbedingungen 40.000 Euro Garantie inkl. 17.531 Euro Jackpot lauten.