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    Die Derby-Favoriten gewinnen in 11er-Zeiten

    Fragolino Rosso und Blizzard Diamant geben sich keine Blöße – Myrena ist ebenfalls mit Robin Bakker bei den Stuten fast genauso schnell – Michael Nimczyk gewinnt zwei Stuten-Vorläufe, scheitert aber mit der Topfavoritin Alma Mia – Große Steigerung beim Wettumsatz

    (MF) Keine 24 Stunden nach den sintflutartigen Regenfällen vom Eröffnungstag des Derby-Meetings präsentierte sich die Mariendorfer Rennbahn bei optimalen äußeren Bedingungen im schönsten Gewand. Sieben der 14 Prüfungen waren Vorläufe zu den beiden Derbys in zwei Wochen, ein Novum, das allgemein gut ankam, was auch, bei nur einem Rennen mehr, durch ein Umsatzplus von 50% gegenüber dem Vorjahr auf 418.537,98 Euro dokumentiert wird. Das entstand in erheblichem Umfang durch die aufgrund der vielen klaren Favoriten enormen Aktivitäten in der Siegwette, in der seit Jahren nie dagewesene 174.155 Euro angelegt wurden. Die Meistgewetteten dominierten überwiegend und entschieden auch sechs der sieben Derby-Vorläufe für sich, allein die hoch gehandelte Alma Mia war aufgrund einer Galoppade dort ein Totalausfall. Dennoch war der deutsche Champion mit drei Treffern nach Robin Bakker (vier) der erfolgreichste Fahrer, während sich die weiteren sieben Rennen ebenso viele Fahrer teilten.

    Die Eurocracks liefern

    Natürlich standen die Vorläufe der Hengste und Wallache im Mittelpunkt des Interesses, traten doch mit den beiden Schützlingen von Trainer Paul Hagoort Fragolino Rosso und Blizzard Diamant die beiden herausragenden Vertreter des Jahrgangs 2022 an. Beide erfüllten die Erwartungen, vielleicht sogar noch mehr als das, dann dass Robin Bakker, ohne dass sich einer der beiden Vierbeiner nach früh übernommenem Kommando hätte erkennbar anstrengen müssen, mit 1.11,1 bzw. 1.11,2 fast identische überragende Zeiten fuhr, war nicht unbedingt erwartet worden. Hinter Fragolino Rosso imponierte der aus Schweden angereiste Conquistador, für den das Rennen nach einer Startgaloppade eigentlich schon beendet war, durch einen bemerkenswerten zweiten Kilometer, so dass er den immer an dritter Stelle gegangenen Jaccomo noch bequem abfing, hinter dem sich auch der als längster Außenseiter angetretene und bis zur Zielgeraden dem Sieger folgende Power of Greenwood die Finalteilnahme sicherte. Runner-up von Blizzard Diamant war Sir Hans, der den immer vor ihm liegenden Pirate Newport zum Schluss passierte, und auch Lugano Cortina als Vierter war dichtauf, der hoch gehandelte Nicolai Hanover dagegen bereits am Start ausgefallen.

    Hatten die Siegwetter, die auf der Jagd nach Prämienlosen zweimal rund 30.000 Euro investierten, nur jeweils ihren Einsatz zurückerhalten, konnten sie ihn im dritten Vorlauf verdoppeln. Aurelio (Dion Tesselaar) zeigte sich in Front von bester Seite und ließ dem schönen Speed offenbarenden Sullenberger in 1.12,3 ebenso wenig eine Chance wie dem unterwegs dem Sieger sogar auf den Zahn fühlenden Alman, der einen knappen Vorteil gegen die von hinten kommenden Victus und Spirit of di Masi verteidigte.

    Neue Situation bei den Stuten

    Robin Bakker war auch bei den Stuten im Geschwindigkeitsrausch, wo die zum Schluss bei 1,9:1 sogar noch zur Favoritin gewordene Myrena nach einer Runde außen herum Druck auf die aus dem ersten Bogen an Daireann vorbei an die Spitze gegangene Stonehillpearl auszuüben begann und sich in fantastischen 1.11,7 mühelos verabschiedete, während die Pilotin ihre Verfolgerin ebenso sicher in Schach hielt. Der erste Vorlauf war an Michael Nimczyk gegangen, der letzte ebenso. Zunächst absolvierte Brownie Diamant mit der in den sieben Rennen bevorzugten Taktik der frühen Führung in vergleichsweise gemütlichen 1.13,8 kaum mehr als eine bezahlte Arbeit, bei der sie als 1,1:1-Favoritin die bei der Kommandoübernahme zu Beginn der Tribünengerade keine Gegenwehr leistende Valpariso ebenso abhängte wie Gold Girl HB, die trotz einer Startgaloppade noch auf Rang drei und damit ins Finale sprintete. Mit demselben Richterspruch „überlegen, drei Längen“, aber in etwas flotteren 1.13,1, dominierte der Goldhelm auch mit Mille Fleurs, hinter der Xalina B vom Fleck weg die optimale Ausgangsposition hatte und die ihr stets folgende und als längste Außenseiterin eine unerwartet gute Vorstellung gebende Käthe nicht entscheidend herankommen ließ. Dagegen patzte ausgerechnet die vom Nimczyk-Trio am stärksten eingeschätzte und zum Geldwechselkurs angetretene Alma Mia mit einer Galoppade nach 400 Metern, was es der nach längerer Auseinandersetzung mit Thanks in Front gelangten und bis zuletzt kämpfenden Choupette (Thorsten Tietz) möglich machte, als 34,1:1-Außenseiterin in 1.14,7 zu überraschen. Thanks prallte mit ihrem Schlussangriff ab, konnte aber die noch gut ins Bild kommende Mon Jolie abwehren.

    Dreijährige gefallen

    Die beiden Qualifier zum Dreijährigen-Kriterium wurden in unterschiedlichem Stil von den Favoriten gewonnen. Bei den Stuten machte die bei 2,5:1 notierte Una (Michael Nimczyk) trotz des äußeren Startplatzes schon im ersten Bogen Nägel mit Köpfen und ging dann immer allein vorn, um schließlich in 1.14,6 mit sieben Längen Vorsprung gegen die rechtzeitig freikommende und die stets vor ihr liegende Wake me up noch locker passierende Wanda Maximoff nach Hause zu kommen. Bei den Hengsten ließ sich mit Roswald Eagle (Marciano Hauber) im spannendsten Endkampf des Tages das gemeinte Pferd lange Zeit und gesellte sich erst im Schlussbogen neben den führenden Sultan of Swing S. Im Einlauf deutlich vorn, konnte der bei 1,8:1 gehandelte jedoch froh sein, sich in 1.14,3 gegen den aus seinem Rücken Speed zeigenden Initial Games und den vom letzten Platz förmlich heranfliegenden Magic One soeben über die Linie zu retten.

    Die Unaufhaltsamen

    Zwei immer wieder in den Winner-Circle einkehrende Berliner Pferde taten es erneut. Die nächste große Hürde ihrer erst ein Jahr dauernden Karriere nahm Superstute Komino Blue Lagoon (Andreas Gläser) beim fünften Erfolg en suite im Finale zur Silberserie. Zwar kam ihr gelegen, dass der favorisierte Sheldrake und kurz darauf der gleichfalls chancenreiche Ustinov am Start Galopp gingen, doch eine Spazierfahrt wurde es für die von Navajo MH unter Druck gesetzte Stute trotzdem nicht. Während der Angreifer aber die Taktik mit dem Rückzug bezahlte, lief Berlins Publikumsliebling immer weiter und ließ sich auch durch die fast gleichauf endenden Olivia Greenwood, die aus ihrem Rücken das Maximum holte, sowie die speedigen Take Five und South Carolina AS nicht beeindrucken. 1.12,4 lautete die Einstellung des Rekords bedeutende Siegerzeit, 2,7:1 die Sieg-Quote, während die mit mehr als 11.000 Euro Umsatz diesmal hervorragend angenommene Viererwette stolze 5.109,2:1 bezahlte.

    Sogar zum achten Mal in Folge triumphierte Ido d’Agice im neu geschaffenen Monté-Steherpreis, und das für unglaubliche 8,4:1. Offenbar hatten die Wetter nicht daran geglaubt, dass Laura Skoruppa mit dem nicht ganz einfachen Franzosen auf Anhieb zurechtkommen würde, doch das Talent bestrafte die Zweifler mit einem blitzsauberen Ritt, der in einem Speederfolg in 1.14,8 über den unterwegs mit Vorsprung führenden Torri mündete, an dem auf den letzten Metern auch noch Huis Clos vorbeikam.

    Bakker zum Vierten

    Neben den drei Derby-Vorläufen gewann Robin Bakker auch mit Pedro Beuckenswijk, der nach dem Startfehler der favorisierten Veritas gleich nach vorn ging, dann Foxtrot Jet passieren ließ und ihn in neuer Rekordzeit von 1.13,0 zum Schluss auskonterte. 5,1:1 gab es für den nie enttäuschenden Wallach beim zweiten Lebenserfolg, nachdem er bereits vor Jahresfrist beim Derby-Meeting gewonnen hatte. Ein weiterer niederländischer Fahrersieg war durch Jeffrey Mieras fällig gewesen, der in der gehobenen Anfängerklasse den veranlagten Cavaillon auch aus zweiter Startreihe früh ins Kommando gebracht und mit dem 2,5:1-Co-Favoriten in gleichfalls Rekordverbesserung bedeutenden 1.13,8 keine Mühe mehr hatte, zumal der noch etwas stärker angefasste Pogacar Heuvelland neben ihm nach einer Runde ausgefallen war. Den Schlusspunkt besorgte Jochen Holzschuh, als Beauty Jumeirah trotz einer Galoppade vor der Marke, die ihr Fahrer ausbügeln konnte, und einer turbulenten Anfangsphase in einem undurchsichtigen Handicap nach 400 Metern vorn war und in 1.14,9 einen am Toto mit 2,6:1 honorierten Alleingang absolvierte.

    Umsatz: 418.537,98 Euro – Bahnumsatz: 153.578,00 Euro – Außenumsatz: 264.959,98 Euro

    Unser Terminhinweis: Weiter geht es im Derby-Meeting am Freitag, 14. August, mit einer um 15.30 Uhr beginnenden Nachmittags-/Abendveranstaltung, in deren Mittelpunkt die Internationale Derby-Meisterschaft der Amateure, das Bruno Cassirer-Rennen, der Derby-Marathon und die Derby-Junioren-Meisterschaft stehen. Die Starterangabe für die Veranstaltung ist am Donnerstag, dem 6. August. Sie können die Angabe Ihrer Starter online auf unserer Website vornehmen. Bitte den Hufbeschlag nicht vergessen! Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat außerdem unter der Rufnummer 030-7401229 sowie per Mail an starterangabe@rennbahn-berlin.de.