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    Jubiläumstriumph für Tom Karten

    Völlig standesgemäß: Seinen 250. Karrieresieg feiert der bundesdeutsche Amateur-Champion im traditionellen Fritz-Brandt-Rennen. Auch Christoph Schwarz hat Grund zum Feiern, denn er erzielt seinen 800. Volltreffer. Marciano Hauber und Navajo MH fegen in der Silber-Serie ihre Gegner von der Bahn.     

    Eine erfreuliche Publikumsresonanz und zwölf stark besetzte Prüfungen: Die Mariendorfer Veranstaltung am Karfreitag hatte einiges zu bieten. Die Blicke der Zuschauer richteten sich natürlich vor allem auf den ersten Höhepunkt der noch jungen Saison: das schon seit über 90 Jahren ausgetragene Fritz-Brandt-Rennen. Insgesamt 18.000 Euro Preisgeld standen diesmal über den beiden Vorläufen und dem Finale des Klassikers, der dem Sportjournalisten und viermaligen deutschen Amateurmeister Fritz Brandt (1882-1944) gewidmet ist. Er hatte sich zu seiner Zeit sehr für den Sulkysport eingesetzt. Weniger erfreulich begann der Renntag allerdings für einen der prominenten Teilnehmer. Denn der Belgier Kurt Roeges wurde beim Aufwärmen seines Schützlings Proud Beuckenswijk von einem entgegenkommenden fahrerlosen Pferd kalt erwischt. Während die beiden betroffenen Vierbeiner bei dem Vorfall offenbar nicht ernsthaft verletzt wurden, musste Kurt Roeges mit dem Verdacht auf eine Armfraktur ins Krankenhaus transportiert werden. Wir wünschen dem sympathischen Trainer eine schnelle und umfassende Genesung!

    Im ersten Vorlauf des Fritz-Brandt-Rennens bewies Sarah Kube einmal mehr, dass sie mit ihrer Fahrership Pferden Flügeln verleihen kann. Denn gegen exquisite Gegner sah ihr Schützling Maharani GB von der Papierform sicherlich nicht wie ein Sieger aus. Dennoch hätte die sofort an die Spitze beorderte Stute beinahe einen sensationellen Volltreffer gelandet – wären da nicht André Pögel und Tampa Bay gewesen, die unterwegs stets in ihrem Fahrwasser gelegen hatten. Tampa Bay kam auf der Zielgeraden gerade noch rechtzeitig frei, um die Pilotin unter persönlicher Rekordverbesserung auf 13,8/1.900m mit einer Halslänge niederzuringen. Drei Längen hinter den beiden Streithähnen belegte der außen herum ein anspruchsvolles Pensum angetroffene 2,0-Favorit Uletto (Tom Karten) vor Perfect du Grenat (Ferry Hollander) und Nevada OV (Emma Stolle) Rang drei.

    Der zweite Vorlauf entwickelte sich zu einem Glanzauftritt von Yanick Mollema und Olivia Greenwood. Die Stute spielte ihre bombastische Antrittsschnelligkeit in der für die ersten 300 Meter gemessenen Durchgangszeit von 11,8 sofort aus und schoss nach vorne. Wer vermutet hatte, dass die Kräfte der Fünfjährigen im weiteren Verlauf schwinden könnten, wurde eines Besseren belehrt. Denn das genaue Gegenteil trat ein: Ab dem Schlussbogen wurden Olivia Greenwoods Schritte in 13,9/1.900m immer länger und die Dunkelbraune siegte hochüberlegen. Den zweiten Rang belegte der ihr stets innen gefolgte Gotta be Brilliant (Tom Karten), während die zunächst Drittplatzierte Parodie Vrijthout (Linda Matzky) wegen einer Behinderung des daraufhin anspringenden Valesco (Dr. Conny Schulz) eingangs der Zielgeraden von der Rennleitung im Nachhinein aus der Wertung genommen wurde. Die für den Endlauf berechtigenden Ränge drei bis fünf gingen daher an Tanitha (Stefanie Mayr), Lake Louise (Nicole Saleh) und Laith H Boko (Emma Stolle).

    Für das Finale entschied sich Tom Karten für Uletto – genauso wie das Publikum, das den im Vorlauf nicht vom Renngeschehen begünstigten Wallach der Besitzergemeinschaft Reber/Werner auf den 3,0-Favoritenthron hob. Mit dieser Einschätzung des von Josef Franzl trainierten Fünfjährigen lagen die Zuschauer goldrichtig. Denn diesmal war der Verlauf ganz auf seiner Seite. Uletto trat blendend ein und konnte von der 2.000-Meter-Grundmarke aus sofort die Führung übernehmen. Auf der Gegenseite kämpfte sich die mit 20 Metern Zulage bedachte Olivia Greenwood mit Yanick Mollema zwar bis auf eine Länge heran. Doch der im Vergleich zum späteren Sieger deutlich weitere Weg erwies sich als zu steinig – am Ende blieb der vermeintlichen Hauptkonkurrentin nur der vierte Platz. Dafür entwickelten Tampa Bay und Maharani GB, die erneut von André Pögel und Sarah Kube gesteuert wurden, noch feine Reserven und belegten die Ränge zwei und drei. Eine echte Gefahr wurden die beiden für den einsam seine Kreise ziehenden Uletto, der Tom Karten zugleich den 250. Karriereerfolg bescherte, aber nicht. Der Wallach gab seinen Zweieinhalb-Längen-Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Aufgrund eines technischen Defekts konnte keine Kilometerzeit genommen werden. 

     „Das ist ein Schaulaufen!“, lauteten die begeisterten Worte des Rennkommentators Dirk Ptaschinski zum Sieg von Marciano Hauber und Navajo MH im dritten Lauf der Silber-Serie um 10.000 Euro Preisgeld. Und in der Tat: Was der Wallach, der nach seiner Teilnahme am Derby 2024 aufgrund einer schweren Koppelverletzung fast anderthalb Jahre pausieren musste und dessen Rennlaufbahn bereits beendet schien, nun auf der Tempelhofer Piste zeigte, war eine einzigartige Gala und kann gar nicht hoch genug gelobt werden. Der Traber der Besitzergemeinschaft Ecurie Golden Sniper/Karin Walter-Mommert, stürmte sofort an die Spitze und was dann folgte, hinterließ staunende Gesichter. Der Braune fegte in der Tagesbestzeit von 12,6/1.900m um die Bahn und löste sich auf der Zielgeraden mit neun Längen Vorsprung von den völlig überforderten Verfolgern, von denen sich Cash to Thelimit S (Gerhard Mayr) sowie LeBron Boko (Karel Gerrits) noch am besten hielten. Keine Frage: In dieser Form wird Navajo MH in den kommenden Monaten zweifellos für Schlagzeilen sorgen!           

    Das Rahmenprogramm begann mit einem echten Knaller: Denn die Trainerlegende Holger Ehlert höchstpersönlich im Rennsulky zu erleben – das war dem Publikum schon lange nicht mehr vergönnt. Mit dem Debütanten Victus hatte der für das Gestüt Lasbek tätige Pferdefachmann, der in Deutschland im September 2012 zuletzt als Fahrer an einem Rennen teilgenommen hatte, jedoch nicht die geringsten Probleme. Er dirigierte den hoch veranlagten und auf 1:1 herunter gewetteten Vierjährigen nach etwas mehr als einer halben Runde an die Spitze – und in 16,1/1.900m war es das mit zwei Längen Vorsprung dann auch schon. Auf einen Volltreffer der Dauer-Championesse Amy Fink mit ihrem MiniTraber Rodrigo folgte ein Trabreiten, das trotz des durch Galoppaden rasch dezimierten Feldes auf den letzten Metern mächtig spannend wurde. Sarah Kube setzte sich für ihren 349. Karrieretreffer mit dem speedigen Russel mit anderthalb Längen Vorteil in 17,1/1.900m gegen den bis kurz vor dem Pfosten führenden Troublemaker (Marisa Bock) durch.  

    Zu einem echten Star entwickelt sich die stets von Michael Nimczyk pilotierte Pipa Massive, denn die Stute blieb auch bei ihrem vierten Lebensstart ungeschlagen. Die Braune übernahm vor den Tribünen die Führung und gewann in 15,9/1.900m mit einer Länge Vorsprung ganz leicht. Mit genau demselben Vorteil trumpfte der 29,5-Außenseiter Allegro Byd in 15,8/1.900m nach einer bärenstarken Schlusshalben außen herum auf und über diesen Erfolg freute sein Trainer und Fahrer Robert Pletschacher besonders. Denn der in Österreich aufgewachsene Profi, der in jüngster Zeit häufig auf der zweiten Berliner Bahn in Karlshorst glänzte, hatte in Mariendorf zuletzt im April 2022 gesiegt – damals im Sulky von Castello Byd. Insofern war es für den von seiner Lebensgefährtin Marisa Bock begleiteten Robert Pletschacher ein tolles Gefühl, wieder im Winner Circle der Derby-Bahn zu stehen.

    Ähnlich positiv werden auch die Empfindungen von Christoph Schwarz gewesen sein, als er Foxtrot Jet zur Siegerehrung führte. Denn es war der 800. Erfolg in der Karriere des Silberhelms Der vor den Tribünen herausgenommene und die Schlussrunde in zweiter Spur bestreitende Wallach gewann in der neuen Bestzeit von 14,2/1.900m mit vier Längen Vorsprung. Das obligatorische Trotteur Francais ging in 14,7/2.020m mit dem Vorteil einer halben Länge an den auf der Gegenseite gebrachten Ido d’Agice und Bernd Schrödl. Der achtjährige Wallach kommt mittlerweile auf eine Erfolgsausbeute von über 50 Prozent! Etwas bescheidener fällt die Gesamtbilanz von Brave Lovin aus, der aber mit Laurens Rinkes in imposanter Manier eine Handicap-Prüfung gewann. Trotz sehr verhaltenen Starts zog der Wallach in 16,6/2.000m am gesamten Feld vorbei. Ein glattes Dutzend Sulkygespanne trat in einem mit der TippelTom-Talentförderung verknüpften Rennen an. Es sah lange nach einem Erfolg für die tapfere Tempomacherin Looks like Shiva (Joachim Hay) aus, doch mit einer Energieleistung kämpfte sich der von Michael Nimczyk präsentierte Sambasamba in 14,3/1.900m kurz vor der Linie doch noch vorbei.   

    Gesamtumsatz: 175.430,90 Euro. Bahnumsatz: 57.602,10 Euro. Außenumsatz: 117.828,80 Euro. 

    Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 19. April statt. Beginn ist um 12.30 Uhr. Im sportlichen Mittelpunkt stehen der vierte Lauf der Silber-Serie sowie das Vierjährigen-Rennen um jeweils 10.000 Euro Preisgeld. Die Starterangabe, die Sie auch online auf www.rennbahn-berlin.de vornehmen können, ist am Montag, dem 13. April. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@rennbahn-berlin.de. Bitte vergessen Sie nicht die Angabe des Hufbeschlags!