PMU-Frühstart und Auftakt der Silber- und Newcomer-Serie
Vorschau 15.02.2026
Frühes Erscheinen ist am Sonntag in Mariendorf angesagt, denn bereits um 10.45 Uhr wird das erste Rennen einer kompakten Sechserkarte gestartet. Vier PMU-Prüfungen sowie die jeweils ersten Läufe der Newcomer- und Silber-Serie werden dabei zur Austragung kommen.
Bedingt durch die schwierigen Witterungsbedingungen im Osten Deutschlands wurden nur wenige Starter aus den heimischen Quartieren angegeben, sodass der Renntag nur mit Hilfe vieler Gäste aus allen Regionen Deutschlands auf die Beine gestellt werden konnte.
Das kleinste Starterfeld wird in der Auftaktprüfung an den Ablauf kommen. Sechs Franzosen, die sich teilweise bereits vor zwei Wochen in einer Autostartprüfung getroffen haben, werden hier aus drei Bändern abgehen. Einziger Teilnehmer des ersten Bandes ist Kaporal du Houssel (Victor Gentz), der vor 14 Tagen sogar noch einen kurzen Fehler im Einlauf einstreute und dennoch sehr guter Dritter wurde. Tritt der auf der hier geforderten langen Distanz bestens bewährte Sieburg-Traber glatt ein, dann dürfte der Konkurrenz ein schwerer Gang bevorstehen. Bärenstark waren die Leistungen des bayerischen Gastes Iathenus Day (Christoph Day), der von seinen letzten neun Auftritten nicht weniger als sieben gewonnen hat und auch schon hinlänglich bewiesen hat, dass er Zulagen locker kompensieren kann. Mit ihm steht noch der sehr zuverlässige Jeps du Guoz (Michael Nimczyk mit im zweiten Band. Der Siebenjährige ist hier wohl in erster Linie ein 2/3-Kandidat. Mit 40 m Zulage wird es für den letztmaligen Sieger Henri de Jautais (Josef Franzl) sehr schwer, direkt nachzulegen. Ungeachtet eines Fehlers im ersten Bogen bot Indigo des Baux (Robbin Bot) in einer offenen Aufgabe in Gelsenkirchen eine sehr starke läuferische Leistung, die ihn auch hier mit Höchstzulage für die Dreierwette in Frage kommen lässt. Ein kleines, aber sehr gut besetztes Franzosenfeld zum Auftakt!
Die erste von drei Catchdriver-Fuhren für Trainer Marcel Hauber wird Christoph Schwarz im zweiten Rennen mit der niederländischen Stutenderby-Zweiten Pebbles Stone absolvieren, die sich zuletzt in Gelsenkirchen in einer sehr harmlosen Aufgabe locker durchgesetzt hatte. Hier trifft sie auf den sehr formstarken Njord Invicta (Michael Nimczyk), der allerdings bei seinem knappen Sieg am 14. Dezember in Mönchengladbach auf den finalen Metern schon vergessen geglaubte Gangartschwächen offenbarte und sich danach in eine zweimonatige Klausur begab. Mit runderneuertem „Fahrwerk“ sollte der Sechsjährige hier sofort wieder voll mitmischen. Mit passendem Rennverlauf ist hier auch Uletto (Josef Franzl) ein Siegkandidat. Etwas enttäuschend – oder eben auch den schwierigen Trainingsbedingungen im Osten geschuldet – war das Laufen von Eternity (Victor Gentz), die in einer passenden Nachwuchsaufgabe an der Spitze schalten und walten durfte und am Ende dennoch keine Chance gegen Negresco hatte.
Das dritte Rennen könnte in die Niederlande gehen, denn Jaap van Rijn hat hier Corsa’s Titan mitgebracht, der immer stärker wird und sich zuletzt in Wolvega durchsetzen konnte. Auch Wingback Design (Christoph Fischer) war vergangenen Sonntag in Straubing beim Erstauftritt für das neue Trainingsquartier gleich überlegen siegreich. Der KWM-Traber hatte im Rücken der gehfreudigen Wikileaks ein perfektes Rennen und klärte die Aufgabe gegen insgesamt doch viel schwächere Konkurrenz als diesmal ganz locker. Etwas unterschiedlich agiert Purple Flevo (Christoph Schwarz), der hier an einem guten Tag genauso für die Dreierwette in Frage kommt wie die sehr zuverlässige California (Manfred Zwiener). Neuerscheinung Viking Silvio (Dennis Spangenberg) begann zuletzt direkt im Galopp und ist eher etwas für Freunde von Außenseitern.
Eine sehr gute Siegchance hat der deutsche Champion Michael Nimczyk dann in der vierten und bereits letzten PMU-Prüfung mit Narthex Boko. Der Slijfer-Schützling verbessert sich kontinuierlich und kann seine Siegesserie weiter ausbauen. Verhindern will das in erster Linie Foxtrot Jet (Christoph Schwarz), der zuletzt in einer Handicap-Aufgabe andere Ware war und hier sehr prominent mitmischen wird. Grundsätzlich erhalten die Engwerda-Pferde verdientermaßen immer sehr viel Vertrauen am Wettmarkt, doch bei Otto Beuckenswyck (Jaap van Rijn) muss vieles beim Rennverlauf passen. Der Wallach ist nicht der größte Kämpfer und gibt bei aufwendigen Verläufen auch schon mal gerne ganz auf. Die sehr grundschnelle Tampa Bay (Josef Franzl) sollte auf ihrer früheren Heimatbahn ebenfalls sehr gut mitmischen und wird hier wahrscheinlich mit einer geschlossenen Zäumung an den Ablauf kommen. Für die französische Super Quatrè der PMU sollte man sich noch mit Time Matters (Thomas Panschow) beschäftigen, die zuletzt nach extrem langer Pause als zweites Pferd innen auf knietiefer Bahn durch aufrückende Gegner nach hinten geschoben wurde und sich dann nicht mehr einbringen konnte. Der Start sollte die ehemalige Stutenderby-Finalistin gefördert haben.
Der Hauptgrund, warum Jaap van Rijn am Sonntag nach Mariendorf kommt, dürfte der Start von Utkieker in der Silber-Serie sein. Der Derbyfünfte hatte zuletzt in Vincennes die Nase zu lange im Wind und musste dann nach diesem Kraftakt im Einlauf zurückstecken. Hier ist der Fünfjährige ein klarer Sieganwärter. Das Team Nimczyk bietet hier den Seriensieger Take Five (Robbin Bot) und die zuletzt nur dem übermächtigen Ois Tschikago unterlegene South Carolina AS (Michael Nimczyk) auf, die beide veritable Podiumskandidaten sind. Für den sehr formstarken Wim Hazelaar (Christoph Fischer) könnten die hier geforderten 1.900 m etwas zu kurz sein, denn der Sechsjährige ist kein allzu rasanter Starter und könnte es dann auf dem relativ kurzen Weg gegen diese Gegner etwas zu schwer haben. Mit Christoph Schwarz gelang Olympia Greenwood der bislang größte Erfolg in ihrer Laufbahn, nämlich der mit 25.000 € honorierte Sieg im Kriterium der dreijährigen Stuten 2024 in Daglfing. Genau diese Gewinnsumme machte der jetzt Fünfjährigen lange zu schaffen, aber mittlerweile hat sich die Stute in dieser Gewinnklasse sehr gut akklimatisiert und sollte auch diesmal Podiumschancen haben.
Das sechste Rennen ist leider bereits die Abschlussprüfung an diesem kurzweiligen Renntag. In der Newcomer-Serie, welche zum Auftakt die 2.000-€-Garnitur anspricht, sollte die niederländische Gaststute Pam Beuckenwijk (Jaap van Rijn) mit sehr guten Siegchancen antreten, sofern sie an ihre Siegform beim Debüt an Silvester anschließen kann. Enorm aufgewertet wurde der Ehrenplatz von Venom of Magic (Thomas Heinzig) Ende vergangenen Jahres in Karlshorst, denn dort unterlag der Moch-Traber nur Gaby Love Winner, der anschließend für das Team Tinter/Tietz in Schweden für Furore sorgte. Dem unterlag acht Tage zuvor auch seine Stallgefährtin Ultimate (Kornelius Kluth), die es hier viel leichter antrifft und bei Bestätigung der letzten Leistung ganz weit nach vorne laufen kann. Ein Aufbaurennen zum Vertrauen tanken bekam vor zwei Wochen Meraviglia Rosso (Christoph Schwarz) im Rücken des siegreichen Pirate Newport. Dabei war die Stute aber immer noch recht kribbelig und wird wahrscheinlich noch mehr solch verdeckte Rennverläufe brauchen, um irgendwann ihre volle Kapazität auf die Bahn bringen zu können. Mateo KS (Christoph Fischer) ist ein Muster an Beständigkeit, und seine Niederlagen gegen Magic Blue wurden ebenfalls von der Konkurrentin im Nachhinein noch aufgewertet. Den Sieg von Zara LR (Michael Nimczyk) in Gelsenkirchen sollte man nicht überbewerten, da das Rennen im Allgemeinen mehr einer Slapstickeinlage als einem Trabrennen glich.